Elly Beinhorn ist eine Pionierin der Luftfahrt. 1929 machte die gebürtige Hannoveranerin als eine der ersten Frauen ihren Flugschein - mit Anfang 20. Nichts konnte das Mädchen, das bei einer Flugshow infiziert worden war, halten. In den Köpfen der Menschen saßen noch die Erfolge von Manfred von Richtofen, dem "Roten Baron" aus dem Ersten Weltkrieg sowie die Atlantiküberquerung von Charles Lindbergh, die damals erst zwei Jahre alt war. Es war die Zeit der großen Luftfahrt. Eine Zeit voller Pioniere. Elly Beinhorn war einer der größten.
1931 unternimmt sie ihren ersten Flug nach Afrika indem sie eine Expedition begleitet. Die Zeitung
B. Z. am Mittag sponsert die Aktion. 1932 folgt eine Weltumrundung. Und so ging es weiter. Die kühne Fliegerin überquerte sogar die Anden, obwohl man sie warnte, mit einer so kleinen Maschine sei das nicht zu meistern.
Als ich die Artikel in den Zeitungen über Beinhorn las, wurde ich wehmütig. Was diese Frau doch alles erlebt hat. Welch ein Abenteuer. Sind solche Dinge überhaupt noch heutzutage möglich? Welch wunderbare Pionierzeit. Und wir sitzen heute nur rum oder betreiben Massen-Backpacking. Doch auch so viele Generationen später weht immer noch der Zauber dieser Zeit durch die Luft. Man sollte sich davon inspirieren lassen. Man sollte sich inspirieren lassen von dem Leben dieser kühnen Frau.
Elly Beinhorn ist heute hundert Jahre alt geworden. Alles Gute!
Bei GMX sind anscheinend die Spam-Filter kaputt. Schlimm, wie viel da gerade durch kommt. Aber vielleicht geben sie sich auch nicht so recht mühe, damit die Nutzer die kostenpflichtigen Zusatzangebote gegen Spam erwerben.
26 Seiten. Der theoretische Teil, die erste Hälfte, ist geschafft. Zwei Wochen bleiben noch. Jetzt kommt die Auswertung der Analyse. In einer Woche versuche ich fertig zu sein.
Ich suche nebenbei schon mal nach einem Zitat für die erste Seite meines Diploms. Ist ja üblich, mit einem Zitat zu beginnen. Bei mir sollte es irgend etwas mit dem Internet, dem Journalismus, dem Feuilleton, der Kultur oder der Jugend zu tun haben. Bisher habe ich nur ein Zitat gefunden, das mir gefällt - vor allem für ein Diplom übers Feuilleton.
"Ich geb' euch kurze Antworten, dann müsst ihr nicht so viel schreiben."
- Lukas Podolski
Ist doch schlimm, wenn Blogger einen auf heimlich machen. Was sollen diese anonymen Blogs, wo ich bestenfalls das Geschlecht des Schreibers erfahre? Das Web 2.0 lebt von Authentizität. Der Medienphilosoph Mike Sandbothe schrieb einmal: "Im Internet weiß niemand, dass du ein Hund bist." Genau diese frühe Phase des Webs ist aber vorbei. Es gibt dafür zu viele interessante Menschen mit realen Geschichten im Netz. Menschen, die etwas von sich preisgeben. Selbst ein zweites "Lonely Girl" dürfte es schwer haben. Was soll ich also mit einem Blog, bei dem ich nichts entscheidendes über seinen Betreiber erfahre?
Hab' ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mein Journalismus-Diplom mit defekter Enter- und defekter Backspace-Taste schreibe?
Die Staatsanwaltschaft und die Bundesanwaltschaft durchsuchen Wohnungen, nehmen Geruchsproben, wollten das Demonstrationsrecht beschneiden und schnüffeln in Briefen. Man will gegen terroristische Vereinigungen vorgehen. Nebenbei brennt das Auto von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Das war dann - nebenbei gesagt - der Auslöser für das Schnüffeln in Briefen. Aber vielleicht wollten ja auch nur einige eigentlich rechtstreue Bürger, quasi in höherem Auftrag, die Bundesanwaltschaft auf die Machenschaften der Bild hinweisen, indem sie Diekmanns Wagen ansteckten. Denn unter Umständen ist die Bild die einzige wirkliche terroristische Vereinigung in Deutschland.
Da ich meine Diplomarbeit über das Jugend-Feuilleton im Internet schreibe, muss ich natürlich auch den Begriff der Jugend beziehungsweise der Jugendkultur erkären. Da ich das Kapitel recht spannend finde, möchte ich es euch nicht vorenthalten.
PS: Mit diesem Kapitel bin ich bei Seite 20 und habe meinen theoretischen Teil so gut wie beendet. Es fehlt nur noch das letzte Kapitel über die "Netzgeneration".
Übrigens: Ein Kumpel und Kommilitone von mir betreibt speziell für sein Diplom - Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit - ein Weblog, in dem es um Social Software und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft geht. Wenn ihr mögt, könnt ihr ja mal einen Blick reinwerfen. Ihr erreicht das Blog auch über meine Linkliste.
Es gibt wieder das ZEIT Magazin Leben. Eigentlich ist es zwar nur ein anderes Format - aus dem Ressortbuch wurde eine Beilage und ob es wirklich umfangreicher ist, werde ich noch untersuchen - aber dennoch ist es eine wirklich schöne Dreingabe zur ZEIT und eine Bereicherung der Presselandschaft.
Inhaltlich trumpfen sie beim Magazin richtig auf. Ab der ersten Ausgabe ist
Günter Wallraff, der sich damals bei der Bild einschleuste, mit dabei. Und wird regelmäßig Undercover-Geschichten schreiben. Seine erste Recherche führte ihn in zwei Callcenter, deren Methoden er im Detail festhielt.
Fluch der Karibik 3 wird genau so schlecht wie Teil 2 werden. Nein, doch nicht. Er wird schlechter. Man muss den Film noch nicht einmal gesehen haben, um das zu wissen. Schon ein paar Infos und Trailer reichen.
Es gibt eine gewaltige Vereinigung von Piraten aus was weiß ich was für Weltmeeren. Es gibt eine gigantische Schlacht am Ende. Und diese Wird sogar noch in einem kolossalen Meeresstrudel ausgetragen.
Das reicht schon. Das sagt alles. Die Botschaft ist: Es gibt keine Atmosphäre aus längst vergangenen Zeiten, keinen Geruch von staubigen Schatzkarten, keine Furcht in Spelunken, wo dem Helden jederzeit die Kehle durchgeschnitten werden kann. Es gibt keine abgelegene Inseln, wo sich der Zuschauer in Sicherheit wähnt. Nein. HIER haben wir SUPERHELDEN. Piratensuperhelden. Wozu brauchen sie Tiefgang und Charakter, wenn sie doch ans Ende der Welt schippern und selbst dem Tod trotzen können?
Nein. Fluch der Karibik 3 wird auf ganzer Linie enttäuschen. Der Zauber währte nur im ersten Teil - wie auch bei Matrix. Nur beim allerersten Erkunden der Südseewelt mit seinem quirligen Figurenkabinett konnte der Zauber entstehen, der schon vor über hundert Jahren kleine Jungen beim Lesen der "Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson begeisterte. Fluch der Karibik 3 versucht dieses mit selbstgefälliger Bumm-Bumm-wir-sind-die-größten-Arroganz zu überspielen. Das wird Millionen von Zuschauern reichen. Aber es spricht nicht für ihren Anspruch.
Jetzt fängt ein Vogel um 2:32 schon mit dem Geschrei an. War das früher auch schon so? Nehmen die Drogen? Sind zu viele Abgase in der Luft? Soll ich mal Vogelfutter mit Baldrian ausstreuen? Nicht, dass es mich nervt. Tagsüber liebe ich Vogelgezwitscher, aber nachts hasse ich es. Die Nacht heißt auch Nacht, weil es da STILL ist und KEINE Vögel rumzwitschern. Gut das meine 30 Jahre alten Fenster so schalldicht wie Klarsichtfolie sind.
Marietta Slomka, Sprecherin beim ZDF heute journal, ist einfach nur wundervoll mit gnadenlosen kritischen Natur. In der heutigen Sendung (PS: heute ist Dienstag, denn bevor ich nicht geschlafen habe, ist nicht morgen) hat sie Christian Frommert, Sprecher vom T-Mobile Team, regelrecht zerpflückt. Auslöser der ganzen Thematik waren frühere Fahrer vom T-Mobile Team, die bekannten, gedopt zu haben. Die beste Zwischenfrage von Slomka:
Herr Frommert, ein großer Konzern steckt Millionen in sein wichtigstes Sportmarketing und will von all dem, was sich in diesem Sport abgespielt hat, nichts gewusst haben? Wer soll ihnen das den glauben?
Wie toll. Würde am liebsten Spazierengehen. Ein Sommerregen hat immer so etwas beruhigendes.
Ein Kumpel von mir meint immer, wenn ich etwas besonderes mache, dann muss es wirklich besonders sein. Wenn ich also reisen wollen würde, müsse es DIE Reise sein. Er hat damit nicht ganz unrecht.
Ich denke in letzter Zeit viel über das Reisen nach und was reisen für mich bedeutet. So wirklich weiß ich es nicht. Ich weiß nur, dass ich schnell unzufrieden sein kann und mir vieles nicht gefällt - ganz generell gesprochen.
Reisen also. Jeder reist. Zu reisen ist heutzutage eine inflationäre Tätigkeit. Scheiß egal, wo es hingeht. Es ist nichts besonderes mehr. Wie viele Studenten waren wohl schon in Südostasien? Wie viele in Australien? Wie viel in Lateinamerika? Alles kalter Kaffee.
Man sagt, man reist nicht, um die Welt sondern um sich selbst zu erkunden. Anderseits muss man eben dafür auch nicht zwangsweise in die Ferne. Und was, wenn man sich nicht mehr großartig selbst erkunden muss?
Es würde mir nichts bringen, einfach irgendwo hin zu fliegen und dann ein wenig zu backpacken. Man mag ein paar schöne Orte sehen, ein paar nette Tage und Wochen haben und viel Geld ausgeben. Bringt mich das als Mensch weiter? Ich denke, nicht wirklich. Es mag sich übertrieben anhören, aber ich habe viel Fantasie und ich muss nicht alles selber erlebt haben, um daraus lernen zu können, um dadurch menschlich weiter zu kommen. Ganz egal, worum es sich handelt. In der Wissenschaft ist diese Lernmethode sogar bekannt. Mediale Informationen können reale, soziale Informationen ergänzen (vgl. Cantor/Mischel 1979). Und heutzutage ist doch alles medial gegenwärtig. Tausend Berichte, tausend Erzählungen. Es gibt keine unentdeckte Welt mehr da draußen.
Somit braucht es wirklich einen ganz besonderen Aspekt für eine Reise. Ein bisschen verwegen muss es schon sein. Abenteuerlich. Und auch halb ungeplant. Vielleicht wache ich ja eines morgens auf, packe ein paar Kleinigkeiten in eine Tasche und gehe einfach los, einfach so. Irgend wo hin. Okay, es ist nur eine abstruse Idee, aber es wäre doch vielfach spannender, als irgend so einen dämlichen Tripp zu machen. Ich brauche nur irgend einen Zauber, eine Einflüsterung, ich brauche das Gefühl, dass etwas ganz besonderes auf mich wartet und dass es sich irgend wie realisieren lässt ... ich wäre sofort dabei.
Literaturhinweis: Cantor, N. & Mischel, W. (1979). Prototypes in person perception. In L. Berkowitz (Ed.), Advances in experimental social psychology (Vol. 12, pp. 3-52). New York: Academic Press.
Super. Ich möchte gerade für mein Diplom noch schnell ein kleines Kapitel über (Online-) Jugend-Feuilleton schreiben und habe das mal schnell gegoogelt. Was finde ich auf Platz 3? Mein eigenes Blog. Sehr witzig!
Gibt doch nix Schöneres, als wenn der Kühlschrank wieder proppevoll ist. Kühlschrank: voll, Schubladen: voll, Eisfach voll, Getränkekisten: voll. Super! Musste auch nur sechs mal vom Auto in die Wohnung gehen, um alles rein zu tragen. Komme was wolle. Ich bin versorgt!
Gibt doch nichs Befreienderes als einfach mal mit voller Kraft in die Tasten des Klaviers zu "hauen", so dass das ganze Haus bebt.
Es macht keinen Sinn nach dem Studium zu reisen, wenn dieses Reisen ein Hörnerabstoßen vor dem gesetzten Arbeitsleben ist. Der Drang nach Freiheit und Ferne würde so ad absurdum geführt - eine Quoten-Reise fürs eigene Gewissen.
Man muss etwas tun. Anbei die Mails, die ich geschrieben habe, um der Union von Pocher und Schmidt entgegen zu wirken.
Die erste Mail ging an den Programmdirektor der ARD, Günter Struve - und in abgewandelter Form auch an Reinhard Grätz, den Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats.
Sehr geehrter Herr Struve,
Sehr geehrte ARD-Programm-Direktion,
Ich möchte mich mit der Bitte an Sie wenden, die geplante Aufnahme von Herrn Oliver Pocher in die Harald Schmidt-Show zu überdenken. Laut Landesrundfunkgesetz hat die ARD den so genannten öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen. Er soll garantieren, dass das Programm eine seriöse ausgewogene Mischung aus Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung bietet. Herr Pocher steht mit seiner bisherigen Art der medialen Selbstinszenierung in Widerspruch dazu.
Es wäre Schade, wenn sich die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland mit dem Engagieren von Herrn Pocher zu Teilen dem Anspruch beraubt, dem sie sich seit der Gründung verschrieben hat.
In heutigen Zeiten bedeutet Pressefreiheit nicht mehr so sehr, sich politisch frei äußern zu können, sondern vielmehr, eine gesellschaftskritische Stimme in Zeiten medialer Verdummung und Quotenhörigkeit zu sein. Die gebührenfinanzierten Sender sollten in dieser Hinsicht ein Leuchtfeuer sein, an dem sich die kritische bundesdeutsche Presse ausrichten kann.
Ich hoffe, meine Bedenken nachvollziehbar erläutert zu haben. Mehr vermag ich nicht zu tun. Weise und charaktervolle Entscheidungen mögen andere treffen.
Hochachtungsvoll
Jan Söfjer
Die zweite Mail ging an Harald Schmidt selbst:
Sehr geehrter Herr Schmidt,
Wenn es einen gesellschafts- und medienkritischen Feuilletonisten im deutschen Fernsehen gibt, dann sind Sie das. Doch nun ereilte die Bastion der letzten deutschen, anspruchsvollen Zuschauer die Nachricht, sie würden ab Herbst mit Herrn Oliver Pocher gemeinsam Ihre Sendung moderieren. Natürlich muss man da als Zuschauer keine Bedenken haben, dass Herr Pocher Sie ernsthaft in seinen Schatten manövrieren könnte. Soviel Charakter wird er in diesem Leben schwerlich noch erreichen können. Doch alleine die reine Infiltration in das Herz der deutschen TV-Kritik, die Infiltration Ihrer Sendung, Herr Schmidt, verdirbt eben dieser den Charakter aufs Schlimmste. Es ist der Todesstoß des Unterschichtenklamauks, der Triumph der Egalität über den Respekt.
Herr Schmidt, vielleicht mag es sein, dass Sie die Verantwortung für die Mitarbeiter ihrer Produktionsfirma abhält, zu sehr der Linie zu folgen, die Sie seit Jahrzehnten im deutschen Fernsehen folgen. Doch Bedanken Sie, dass der Schaden, der eine Union mit Herrn Pocher anrichten würde, irreversibel wäre. Es gibt immer eine Alternative. Und wenn die ARD nicht erkennen mag, in welch Dilemma sie sich begibt, dann, lieber Herr Schmidt, reden Sie doch einmal mit Arte, dem allerletzten Kämpfer für Kultur im Fernsehen.
Mit freundlichsten Grüßen
Jan Söfjer
Nachtrag von 15:39 Uhr: Irre, Grätz schreibt zurück, er werde sich an die WDR-Intendantin wenden.
Auch, wenn nichts bei rumkommen sollte, ich finde, es ist alleine schon gut, Verantwortlichen bewusst zu machen, dass kritische Stimmen da sind und diese sich engagieren. Genauso wie damals, als ich für die Medienseite der Süddeutschen Zeitung eine Medienkritik über die Stern-Serie über käufliche Schönheit geschrieben habe bzw. schreiben wollte und mich in der Angelegenheit auch an die Stern-Chefredaktion gewandt habe. Letztlich habe ich zwar das Thema fallen gelassen, weil es eine zu schmale Gratwanderung war bzw. weil es der SZ zu heikel war, aber es ist dennoch gut gewesen durch das Erbitten einer Stellungnahme Präsenz zu zeigen.