Die absurden Mitgliedsbeiträge des Deutschen Journalisten-Verbandes
Alle paar Jahre, wenn ich die Höhe der Beiträge vergessen habe, denke ich mir, ich könnte ja eigentlich mal Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband (djv) werden. Dann aber erfahre ich, dass die Mitgliedschaft zumindest 27 Euro kostet. Super, denke ich mir, das ist ein fairer Jahressatz. Es sind aber 27 Euro im Monat. Selbst Studenten sollen noch zwölf Euro im Monat zahlen. Wer das kann und will, ist mir schleierhaft.
Der djv hat zwar einiges zu bieten, aber was davon benötigt man wirklich? Einen Presseausweis kann man auch über eine Zeitung, für die man schreibt, bekommen. Das Verbands-Magazin "journalist" lässt sich einzeln (zwölf Euro das Heft!) oder im Abo bestellen. Und juristische Hilfe etc. braucht man ja auch nicht wirklich alle Tage.
Vielleicht verlangt der djv soviel, weil er glaubt, Journalisten würden soviel verdienen wie der Verband fordert. In dem Dokument "Übersicht über Honorare Internet 2009" steht zum Beispiel, dass ein freiberuflicher Online-Redakteur zwischen 250 und 500 Euro pro Tag verdient (vor Steuern) Für einen kurzen Artikel, der im Internet erscheint, soll es zwischen 120 und 400 Euro geben. Als angemessenes Honorar pro geschriebenem Zeichen empfiehlt der djv 12 Cent.
Meine Herren. Wo leben die Verantwortlichen des djv eigentlich? 500 Euro Honorar pro Tag? 400 Euro für einen eher kurzen Artikel? Schön wäre das. Dann bräuchte ich nicht einmal eine Woche pro Monat zu arbeiten, um wie ein König zu leben. Zur Not würden auch mal drei Tage reichen.
Die Tagessätze, die ich kenne sehen anders aus. Als junger freiberuflicher Online-Redakteur kann man so zwischen 100 und 170 Euro pro Tag erwarten. Für einen Artikel wird selbst im Print so zwischen 50 Cent und einem Euro pro Zeile bezahlt. Bei den überregionalen Zeitungen. Im Schnitt rechne ich mit 70 Euro für einen Artikel. Größere Artikel, Reportagen etc. können auch ein paar Hundert Euro einbringen, dafür benötigt man aber schnell mehrere Tage bis vielleicht sogar mehrere Wochen für die Recherche. Und zuletzt zu den 12 Cent pro Zeichen. Die Wochenzeitungsredaktion, für die ich zuletzt geschrieben habe, zahlt 1,3 Cent pro Zeichen. Das sind dann rund 40 Euro für eine A4-Seite Text. Von dem Einkommen muss man noch Steuern, Krankenkassenbeiträge, Rentenbeiträge, die private Altersvorsorge und natürlich das übliche wie Versicherungen, Telefon, Strom und Miete bezahlen.
Man kann also als freier Journalist mehr schlecht als recht überleben. Wenn man als freier Redakteur arbeitet, kommt man relativ gut über die Runden, aber selbst dann kann man eigentlich nicht mehrere Hundert Euro für Altervorsoge etc. beiseite legen.
Knapp 30 Euro, die der djv verlangt, entsprechen also bei einem reinen freien Autoren schnell dem Betrag, den er im Schnitt pro Tag verdient. Oder anders gesagt: Zehn Prozent von dem Geld, das ihm zum Leben bleibt.
Natürlich werden manche freien Journalisten auch besser bezahlt, wie es zum Beispiel die neue djv-Studie nahelegt, aber realer ist wohl eher das Schicksal einer Journalistin wie es die "Zeit" beschrieben hat (Schreiben macht arm).
Ich würde mal sagen, mehr als fünf Euro dürfte die djv-Mitgliedschaft nicht kosten. Für Auszubildende, Studenten etc. die Hälfte. Reporter ohne Grenzen und Netzwerk Recherche machen es vor und verlangen 60 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. Besondere Leistungen - wie auch das Magazin "journalist" - könnte der djv extra in Rechnung stellen, wenn er es ansonsten nicht finanzieren kann.
Der djv hat zwar einiges zu bieten, aber was davon benötigt man wirklich? Einen Presseausweis kann man auch über eine Zeitung, für die man schreibt, bekommen. Das Verbands-Magazin "journalist" lässt sich einzeln (zwölf Euro das Heft!) oder im Abo bestellen. Und juristische Hilfe etc. braucht man ja auch nicht wirklich alle Tage.
Vielleicht verlangt der djv soviel, weil er glaubt, Journalisten würden soviel verdienen wie der Verband fordert. In dem Dokument "Übersicht über Honorare Internet 2009" steht zum Beispiel, dass ein freiberuflicher Online-Redakteur zwischen 250 und 500 Euro pro Tag verdient (vor Steuern) Für einen kurzen Artikel, der im Internet erscheint, soll es zwischen 120 und 400 Euro geben. Als angemessenes Honorar pro geschriebenem Zeichen empfiehlt der djv 12 Cent.
Meine Herren. Wo leben die Verantwortlichen des djv eigentlich? 500 Euro Honorar pro Tag? 400 Euro für einen eher kurzen Artikel? Schön wäre das. Dann bräuchte ich nicht einmal eine Woche pro Monat zu arbeiten, um wie ein König zu leben. Zur Not würden auch mal drei Tage reichen.
Die Tagessätze, die ich kenne sehen anders aus. Als junger freiberuflicher Online-Redakteur kann man so zwischen 100 und 170 Euro pro Tag erwarten. Für einen Artikel wird selbst im Print so zwischen 50 Cent und einem Euro pro Zeile bezahlt. Bei den überregionalen Zeitungen. Im Schnitt rechne ich mit 70 Euro für einen Artikel. Größere Artikel, Reportagen etc. können auch ein paar Hundert Euro einbringen, dafür benötigt man aber schnell mehrere Tage bis vielleicht sogar mehrere Wochen für die Recherche. Und zuletzt zu den 12 Cent pro Zeichen. Die Wochenzeitungsredaktion, für die ich zuletzt geschrieben habe, zahlt 1,3 Cent pro Zeichen. Das sind dann rund 40 Euro für eine A4-Seite Text. Von dem Einkommen muss man noch Steuern, Krankenkassenbeiträge, Rentenbeiträge, die private Altersvorsorge und natürlich das übliche wie Versicherungen, Telefon, Strom und Miete bezahlen.
Man kann also als freier Journalist mehr schlecht als recht überleben. Wenn man als freier Redakteur arbeitet, kommt man relativ gut über die Runden, aber selbst dann kann man eigentlich nicht mehrere Hundert Euro für Altervorsoge etc. beiseite legen.
Knapp 30 Euro, die der djv verlangt, entsprechen also bei einem reinen freien Autoren schnell dem Betrag, den er im Schnitt pro Tag verdient. Oder anders gesagt: Zehn Prozent von dem Geld, das ihm zum Leben bleibt.
Natürlich werden manche freien Journalisten auch besser bezahlt, wie es zum Beispiel die neue djv-Studie nahelegt, aber realer ist wohl eher das Schicksal einer Journalistin wie es die "Zeit" beschrieben hat (Schreiben macht arm).
Ich würde mal sagen, mehr als fünf Euro dürfte die djv-Mitgliedschaft nicht kosten. Für Auszubildende, Studenten etc. die Hälfte. Reporter ohne Grenzen und Netzwerk Recherche machen es vor und verlangen 60 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. Besondere Leistungen - wie auch das Magazin "journalist" - könnte der djv extra in Rechnung stellen, wenn er es ansonsten nicht finanzieren kann.
7an - 2009-10-07 17:34


