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Dienstag, 26. Juni 2012

Das Bauernopfer - Warum die Deister-Leine-Zeitung sterben musste

Helena Tölcke bei der letzten Redaktionssitzung

Im großen Medienrauschen ist das Ende der Deister-Leine-Zeitung nur eine Randnotiz. 4.500-mal verkaufte sie sich im niedersächsischen Barsinghausen. Nun ist nach 126 Jahren Schluss. Dabei war die DLZ die erste Zeitung am Ort. Warum versuchte niemand, sie mit einem neuen Konzept zu retten? Und welche Rolle spielte der große Madsack-Konzern beim Ende des kleinen Traditionsblatts? Eine Spurensuche. [zum Artikel ...]

Mittwoch, 11. April 2012

Mord, KGB-Knast, Flucht: Über ein Treffen mit einer Exil- Journalistin in Litauen

Natalia Radina in Vilnius. Alle Rechte: Jan Söfer
Natalia Radina in Vilnius. Foto: Jan Söfjer

Natalia Radina bietet mit ihrem Online-Portal Charter97 dem weißrussischen Präsidenten Lukaschenko die Stirn. Der KGB steckte sie dafür in den Knast, ihr Freund und Herausgeber wurde ermordet. Radina floh nach Litauen und setzt dort sein Vermächtnis fort. Ein Treffen. [zum Artikel ...]

Montag, 10. Oktober 2011

Ein Ort der Identifikation

Gebäude der Zeitenspiegel-Reportageschule in Reutlingen.Die Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl besaß bislang nur einen Klassenraum in der Volkshochschule Reutlingen. Nun hat sie zum Start des 7. Jahrgangs ihr eigenes Gebäude bezogen.

Bislang gehörte selbst der eine Klassenraum der Reportageschule nicht ihr allein. Am frühen Abend wurde er für VHS-Kurse benutzt. Schüler, die dann noch dort waren und schrieben, mussten weichen. Nun ist die Reportageschule nicht länger nur eine Gemeinschaft, sondern auch ein Ort - ein geschützter Raum für Ankömmlinge, Aufbrechende und Rückkehrer. Es soll sogar Gästezimmer geben.

Dienstag, 13. September 2011

Freie Jugend in Israel und Gaza

"Fuck Hamas. Fuck Israel. Fuck Fatah. Fuck UN. Fuck UNWRA. Fuck USA! We, the youth in Gaza, are so fed." Das sind Anfangsworte eines Manifestes der "Free Gaza Youth", das Anfang des Jahres den Weg in die Öffentlichkeit fand. Auch der Guardian berichtete. Ein paar Monate später gingen auch Israels auf die Straße. Zum ersten Mal in der Geschichte demonstriert sowohl die Jugend in Gaza als auch in Israel gegen Ungerechtigkeit und für ein besseres friedlicheres Leben, zu lange mussten sie wegen politischer Unruhen still sein.

In Israel demonstrieren die Menschen gegen Kapitalismus, die Verarmung der Mittelschichts, zu hohe Mieten und vieles mehr. Sie beklagen, dass nur wegen der Sicherheitspolitik das Land im Inneren so marode werden konnte, Ungerechtigkeiten zementiert wurden. Alleine die Zuwendungen für Ultraorthdoxe und Siedler belasten die Bürger in Israel schwer. Die Religiösen genießen ökonomischer Privilegien und eine Lebensweise, "von denen die produktive Klasse nur träumen kann", schreibt die israelisch Soziologin Eva Illouz in der ZEIT. Trotzdem versuchen die Demonstranten so unpolitisch wie möglich zu sein und vor allem bloß nicht die Palästinenserfrage aufzuwerfen, denn genau solche Debatten haben über Jahrzehnte alle anderen Fragen unterdrückt.

Hinter den Zäunen und Mauern in Gaza demonstriert die Jugend ebenfalls. Für ein Leben in Frieden und Freiheit. Von Israel werden sie bombardiert, von der Hamas unterdrückt. Nicht einmal offen demonstrieren können sie, nur über das Internet haben sie Kontakt in die Welt.

Was der Jugend in Gaza bleibt, ist die Flucht in den Sport: Breakdance, Skaten, Parkour, Wellenreiten. Der Reporter Carsten Stormer hat die Gaza-Jugend besucht und zwei bemerkenswerte Reportagen für Mare - die Zeitschrift der Meere und das Amnesty International Magazin geschrieben.

"Sie sind in Gaza gefangen, wo die Einwohner wenig spüren, selten genießen, wenig erleben. Ein Volk im Koma, das an der Gegenwart vorbei gleitet, und einer Jugend, die es satt hat, dass ihre Träume eingesperrt sind", schreibt Carsten in "Fliegen lernen". Er zitiert einen jungen Mann: „Wir haben dieses beschissene Leben satt. Israel hält uns gefangen, die Hamas schlägt uns, und der Rest der Welt interessiert sich nicht für uns“, sagt Abu Yazin und die Mädchen nicken.

Samstag, 27. August 2011

Syrien – Deutsche Reporter recherchieren unter Lebensgefahr

Syrien ist derzeit einer der gefährlichsten Orte für Journalisten. Vier Reportagen aus Syrien habe ich bisher gelesen, eine auf newyorker.com, zwei im Spiegel. Doch keine zeigt so anschaulich, wie das syrische Volk unter den mordenden Truppen von Assad leidet, wie die Reportage von Wolfgang Bauer in der aktuellen ZEIT. Ein atemraubendes Stück unter großen Gefahren in der syrischen Stadt Homs recherchiert.

Immer wieder durchschneiden Schussgarben die Stille in den Straßen. Als Ahmed jetzt vors Haus tritt, mit geradem Rücken, um bloß keine Angst zu zeigen, wie der Mitfünfziger sagt - „das riechen die,“ sagt er, „darauf sind die gedrillt“ -, da flüchte ich, der Besucher aus dem Ausland, in den hinteren Teil der Wohnung. Das Haus von Ahmed und Faten ist mein Versteck. Im Familienrat haben sie beschlossen, für mich alles aufs Spiel zu setzen, die Freiheit und ihr Leben – damit diese Reportage geschrieben werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Berichten und Reportagen sieht Bauer vieles selbst: Kinder mit zerschossenen Füßen in einem Krankenhaus, das von Männern mit Kalschnikows beschützt werden muss - damit Assads Männer keine verwundeten Demonstranten erschießen. Er bekommt mit, wie ein Freund von Mazen, dem 25-jährigen Sohn der Familie, die Bauer aufgenommen hat, vom Geheimdienst entführt wird. Zwölf von Mazens Freunde wurden in den letzten Wochen ermordet. Einer wurde gefoltert und ist nun im Krankenhaus angekettet, damit er sich nicht umbringt. Stattdessen schmiert er seinen Kot an die Wand, wie Bauer erzählt wird.

Mazen sagt: „Ich werde mich nicht festnehmen lassen“, vorher erschieße er sich. Hilflos sieht ihn die Mutter an. „Wo ist mein Sohn?“, schreibt Faten in ihr Tagebuch „Ich vermisse sein Grinsen, sein verschmitzes Lächeln, sein verrücktes Tanzen, und am meisten vermisse ich: seine Liebe zum Leben.“

Bauer hört von Spielplätzen, die voller Blut seien, weil in den Schulen nebenan Menschen eingesperrt seien. Und er trifft Geheimdienste-Offiziere, die nur noch zum Dienst gehen, weil sie Angst um ihre Familien haben. 12.000 Menschen sollen alleine in Gefängnissen ermordet worden sein, sagt ein Offizier.

Bauers Recherche in Homs war lebensgefährlich. Als Panzer Homs zu umschließen drohen, flieht er. Der Familienvater Ahmed bringt ihn mit dem Auto raus. Plötzlich stehen sie direkt hinter den „Sicherheitskräften“. Schwere Explosionen, Maschinengewehrfeuer. „Da zeigt ein Soldat im Heck eines Busses auf mich“, schreibt Bauer. Drei weitere tun das Gleiche. Dann erreicht der Konvoi eine Kreuzung. Ahmed biegt ab.

„Sie kommen! In eure Richtung.“ - Ein Spiegel-Reporter in Damaskus

Auch im Spiegel erschienen zuletzt zwei Reportagen aus Syrien – eine in der aktuellen Ausgabe (nur noch heute im Handel erhältlich). Die Texte sind ohne Namen erschienen, um Autor und Informanten zu schützen.

Der Spiegel-Reporter war in Damaskus und in einem Vorort, da wo die Gewalt am schlimmsten ist. „Nur über einen Internetdienst, unter der Identität eines vor Wochen erschossenen Freundes, ist einer der Führer des örtlichen Oppositionskommitees erreichbar. Erst in letzter Minute wird der Treffpunkt genannt: ein Gemüselaster an einer Kreuzung. Der Fahrer nickt kurz, über Kurvenpfade geht es an den Ortsrand. In einer Ferienwohnung warten die Männer vom Komitee.“ Einer wurde gerade aus dem Folterkeller gelassen. Er bekam so lange Stromschocks an die Hoden, bis er Blut urinierte. Seine Hände zittern noch beim Teeeingießen.

Einer der Männer hat die Gewalt der Assad-Truppen gefilmt. Zwei Stunden Aufnahmen sieht sich der Reporter an. „Sequenzen von abgerissenen Köpfen, zerfetzten Körpern, abgetrennten Füßen, gezielten Einschüssen in Ohr, Auge, Stirn.“

Auch der Spiegel-Reporter hat viel riskiert:

Plötzlich klingt eine Stimme aus dem Funkgerät. 'Sie kommen! In eure Richtung. Mannschaftswagen mit Bewaffneten, einer, zwei, fünf, mindestens acht.' Geduckt schaut Ali über die Brüstung des Balkons. am unteren Ende der Straße patrouillieren bereits Männer mit Kalaschnikows, 'weg, weg!', rasend schnell werden Funkgeräte, das kostbare Satellitentelefon und Taschen gegriffen, durch Garten und Dunkelheit geht es zu einem anderren Quartier. Von überall her melden sich die Beobachter aus anderen Vierteln: Mehrere hundert Mann sind eingerückt, das Stakkato von Maschinengewehrfeuer ist zu hören.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Jonathan Stock - der unaufhaltsame Kriegsreporter

Der schlimmste und brutalste Ort des arabischen Frühlings ist Syrien. Männer, Frauen, Kinder werden bisweilen wahllos auf der Straße erschossen. Assad ist gnadenloser als Gaddadi. Ausländische Journalisten trauen sich nicht ins Land - bis auf sehr wenige Ausnahmen. Zwei sind mir bekannt. Der Spiegel veröffentliche in seiner aktuellen Ausgabe einen Bericht über Syrien, für den ein Spiegel-Reporter vor Ort recherchiert hat. Der Text enthielt nicht mal eine Namenszeile - zum Schutz des Journalisten und seiner Informanten.

Der andere Reporter, der sich nach Syrien gewagt hat, ist Jonathan Stock, der bereits als gefühlt einziger deutscher Reporter neben Wolfgang Bauer von der libyschen Front berichtet hat. Stock veröffentlicht sogar unter seinem Namen. Man könnte nun denken, er sei ein alt-erfahrender Reporter-Veteran, doch Stock kommt frisch von der Henri-Nannen-Schule. Seit April erst ist er festangestellter Reporter bei Spiegel Online, mit einem kurzen Vorspiel bei GEO Epoche. Ob ihn die Redaktion jedoch wird halten können, ist ungewiss. Sein jüngster Artikel aus Syrien erschien jetzt beim New Yorker.

Montag, 6. Juni 2011

Die verfehlte Kischpreis-Debatte

Es ist viel über die Aberkennung des Nannenpreises in der Kategorie Reportage (Kischpreis) für René Pfister geschrieben worden. Die meisten Kommentare gingen am Kern der Sache vorbei.

Sehr stark wird das in einem stern-Interview mit Zeit-Chefredakteur und Jury-Mitglied Giovanni di Lorenzo deutlich. Er sagt in einem stern-Interview, das ganze Portrait über CSU-Chef Horst Seehofer baue auf der Einstiegsszene des Textes auf. Diese sei aber rekonstruiert und genüge damit nicht den Ansprüchen an eine Reportage. Di Lorenzo vermisst ein „Wort des Bedauerns“ beim Spiegel-Redakteur Pfister, spricht von Fehler und mangelnder Einsicht.

Die Enkelin von Henri Nannen, Stephanie Nannen, spricht gar von „Betrug an der Wahrheit“, von „Verrat“. Sie stand am Anfang der Debatte. In der taz meldeten sich Henri-Nannen-Schüler. Sie reden von "Vorspiegelung falscher Tatsachen", „Strafgesetzbuch“, „schummeln“, „Betrug“ und „Eitelkeit“. Harte Worte. Und alle Kritiker zeigen doch nur, dass sie sich haben blenden lassen. Von der Jury, die den Text Pfisters als Reportage auszeichnete. Hier ist das Problem.

Pfisters Text ist keine Reportage

Der Text ist keine Reportage. Es gibt nur drei Szenen in einem langen Text. Man muss nicht wie Zeit-Dossier-Chef Stefan Willeke ein langes Plädoyer darüber halten, was die Reportage darf und was nicht (auch, wenn sein Plädoyer eine wundervolle Hommage an den Beruf des Reporters ist), denn Pfisters Text ist einfach keine Reportage. Egal, welchen Maßstab man anlegt. Es ist ein politisches Portrait, dass unter anderem wenige Szenen beinhaltet.

Die Jury und viele Kritiker haben sich über den Einstieg des Textes aufgeregt. Dabei ist der Einstieg gar keine Szene. Es ist ein faktischer Einstieg. Es macht mich sprachlos, dass die Nannenpreis-Jury diese Nicht-Reportage als beste Reportage ausgezeichnet hat, sich dann aber aufregt, weil eine Kernpassage nicht die Ansprüche einer Reportage erfüllt. Es ist absurd. Paradox.

Frank Schirrmacher, FAZ-Herausgeber und auch Mitglied der Jury, hat es als einer der wenigen verstanden. In der FAZ schrieb er, es gehe um die Frage, "ob es sich hier am Ende um einen Kategorienfehler handelt und der Text in der falschen Kategorie ausgezeichnet wurde".

Kolumnist Harald Martenstein führt den Gedanken fort: „Mag sein, dass dem Nannen-Preis einfach eine Kategorie fehlt, für Essays, Analysen und Porträts, diese Kategorie sollte man einführen und sie im ersten Jahr René Pfister verleihen.“

So oder so ist bereits ein großer Schaden entstanden. Für die Jury, aber noch ein größerer für René Pfister. Statt der größtmöglichen Ehrung erhielt er nun die größtmögliche Strafe. Steht, wie auch Martenstein sagte, in einer Ecke mit Guttenberg und Tom Kummer.

Einer der wenigen, der all das von Anfang an verstanden hat, war Geo-Chef Peter-Matthias Gaede, auch Nannen-Jury-Mitglied und vielleicht der erfahrenste und beste Reporter in der Runde. Er war sehr dagegen, Pfisters Text als beste Reportage auszuzeichnen. Am Ende kämpfte er aber vehement dagegen, Pfister den Preis wieder abzuerkennen.

Die Geringschätzung der Reporter

Was die ganze Debatte offenbart hat, ist nicht nur, dass selbst einige der bedeutendsten Journalisten der Republik ein zu schwammiges Bild von der Form der Reportage haben (was nicht heißen soll, dass nur die reine Lehre gelten soll. Ich stimme Willeke zu, der sagt, dass die Reportage in einer komplexer werdenden Welt komplexer werden muss), die Debatte hat auch offenbart, wie groß die Abneigung nicht weniger Journalisten gegenüber Reportern und der Reportage ist. Natürlich von Journalisten, die keine Reportagen schreiben. Von politischen Journalisten, vor allem aber von Feuilletonisten.

Schon Enzenzberger kritisierte 1957 die „Sprache des Spiegel“ als zu storyfixiert, wie auch Stefan Winterbauer auf meedia.de anmerkte. Enzensbergers Kritik wird heute vor allem vom FAZ-Feuilletonchef Claudius Seidl weitergeführt. Im journalist stritt er sich mit Willeke über den Fall Pfister. Seidl wirft den Reportern vor, einen Hang zum „Trivial-Literarischen“ zu haben, dass am Ende in den Reportagen „alles aufgeht“. Schon vor einem Jahr bemängelte Seidl: „Genau das ist das Problem mit den Preisträgerreportagen: Sie wollen Literatur sein.“

Wir möchten keine Literatur schaffen

Ich sehe das nicht so. Ich möchte keine Literatur schaffen, wenn ich eine Reportage schreibe. Ich glaube auch nicht, dass andere Reporter Literatur schaffen möchten. Ich habe auch schon Shortstorys veröffentlicht, aber die Literatur reizt mich bei weitem nicht so sehr wie der Journalismus und speziell der Beruf des Reporters. Mir scheint es eher ein Problem zu sein, dass Seidl die Reportage mit den Maßstäben der Literaturkritik misst und enttäuscht ist, dass sie seinen literarischen Ansprüchen nicht genügt.

Reporter möchten keine Literatur schaffen, sie möchten Geschichten erzählen. Reale Geschichten. Wir bilden uns nicht ein, alles wissen zu können und glauben nicht, in jeden Kopf schauen zu können. Wir sehen nur die Menschen und ihre Handlungen, vielleicht mit Hintergrundwissen im Kopf. Eine Haltung haben wir auch, weil niemand ohne sein kann. Wir wollen einfach die Geschichte, die wir sehen, aufschreiben. Verdichtet, strukturiert. Eine Geschichte braucht eine Dramaturgie. Aber die Quelle dieser Dramaturgie ist nicht die Fiktion, sondern die Realität.

Freitag, 22. April 2011

GEO vs. Jungblut: Wenig Grund zum Streiten

Vor einiger Zeit gab es großen Streit zwischen dem langjährigen GEO-Autor Christian Jungblut und der GEO-Redaktion. Die Redaktion verlangte eine neue Textversion und redigierte den Text danach noch weiter um. Jungbluth zog seinen Text zurück, GEO-Chef Gaede wollte den Text ohne Autorennamen drucken, Jungblut bestand auf seiner Version unter seinem Namen. Am Ende erschien die redigierte Version - mit Namen. Jungblut klagte auf Unterlassung und bekam in erster Instanz recht.

In der aktuellen Ausgabe von Message kommentiert der emeritierte Journalistik-Professor Michael Haller den Fall und spricht darüber mit Gaede. Auf drei Seiten ist zudem veranschaulicht, welche Änderungen die GEO-Redaktion gemacht hat (siehe PDF unten). Nur auf dieser Grundlage muss ich sagen: Jungblut schreibt gut, aber die Redigatur hat den Text besser, ein bisschen runder und präziser gemacht. Ich empfinde die Redigatur nicht als drastisch, da hatte ich etwas anderes erwartet. Der ganze Streit, so scheint es mir, ist überzogen.

Ein Problem ist es natürlich trotzdem, wenn ein Autor seinen Text - womöglich kurz vor Druck - zurückzieht. Eigentlich darf die Redaktion den Text dann nicht drucken. Anderseits kann man so etwas als Autor nicht wirklich bringen. Nicht wenn der Text schon druckfertig ist. Wobei, soweit ich die Chronologie nachvollziehen kann, hatte Jungblut den Text ja letztlich doch noch zum Druck freigegeben und nur auf seiner Fassung beharrt. Eine Redaktion hat aber das Recht auf Redigatur. Die Frage ist nur, wie nett sie das mit dem Autor abspricht und wie einsichtig dieser ist. In dieser Kommunikation lag offenbar das Problem - weniger im Text selbst.

Freitag, 17. Dezember 2010

Audioslideshow über Deutschen Reporterpreis

Auf der Seite des Reporterforums oder direkt auf Vimeo gibt es eine wirklich schöne Audioslideshow über den Deutschen Reporterpreis 2010. Einbinden lässt sie sich hier leider nicht, weil twoday immer noch kein iframe unterstützt.

Donnerstag, 25. November 2010

Gabriel Grüner-Stipendium: Erinnerung an einen Reporter

Im Sommer 1999 ist der Stern-Reporter Gabriel Grüner für den stern unterwegs und berichtet über die ersten Tage des Friedens im Kosovo. Seine Frau, schwanger im sechsten Monat, trifft eine Freundin in einem sonnigen Café an der Hamburger Alster, er trifft seine Mörder. Auch der Fotograf Volker Krämer und der Übersetzer Senol Alit kommen am 13. Juni 1999 am Dulje-Pass ums Leben.

Die Reporter-Agentur Zeitenspiegel gründete ein Stipendium, das nach Gabriel Grüner benannt ist. Es stellt Reportern Geld für Reportagen zur Verfügung, die sonst nicht zu finanzieren wären. Das Stipendium soll die Erinnerung an Grüner am Leben erhalten.

Auch in Grüners Südtiroler Heimatort Mals hält man die Erinnerung an den Reporter lebendig. Ein Radiobeitrag erzählt die Geschichte Grüners, des Stipendiums und berichtet über das jünste Ergebnis des Grüner-Stipendiums 2010, das die Zeitenspiegel-Reportageschul-Absolventin Amrai Coen nach Mexiko geführt hat. Sie erzählt, wie ein Mexikaner nach Jahren unerlaubten Aufenthalts und Arbeit in den USA wieder nach Hause kommt.

Den sehr guten und ausführlichen Radiobeitrag kann man sich auf der Seite der Agentur Zeitenspiegel anhören und herunterladen.


Neuester Kommentar

Danke
Vielen Dank für diese Sätze: "Es sollte eine...
Johanna (Gast) - 2013-12-05 10:34
Gut analysiert. Nur bei...
Gut analysiert. Nur bei der politischen Ausrichtung...
7an - 2013-10-10 15:08
Kein Interesse
Nur eine kurze Anmerkung. Journalisten denken von ihrem...
Otto Hildebrandt (Gast) - 2013-10-10 14:08

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