header_neu

Montag, 8. Oktober 2007

Shelley

Ich glaube, ein kunstvolleres Gedicht als das von Shelley habe ich noch nicht gelesen - und ich bedaure es zutiefst, dass ich das Englische nicht so perfekt beherrsche, um die ganze sprachliche Virtuosität dieser Ode zu erfassen. PS: Eine gute poetische Übersetzung gibt es hier, aber natürlich kann sie das Original nicht ersetzen.


Ode to the West Wind
Percy Bysshe Shelley

I
1 O wild West Wind, thou breath of Autumn's being,
2 Thou, from whose unseen presence the leaves dead
3 Are driven, like ghosts from an enchanter fleeing,

4 Yellow, and black, and pale, and hectic red,
5 Pestilence-stricken multitudes: O thou,
6 Who chariotest to their dark wintry bed

7 The winged seeds, where they lie cold and low,
8 Each like a corpse within its grave, until
9 Thine azure sister of the Spring shall blow

10 Her clarion o'er the dreaming earth, and fill
11 (Driving sweet buds like flocks to feed in air)
12 With living hues and odours plain and hill:

13 Wild Spirit, which art moving everywhere;
14 Destroyer and preserver; hear, oh hear!

II
15 Thou on whose stream, mid the steep sky's
commotion,
16 Loose clouds like earth's decaying leaves are shed,
17 Shook from the tangled boughs of Heaven and Ocean,

18 Angels of rain and lightning: there are spread
19 On the blue surface of thine aëry surge,
20 Like the bright hair uplifted from the head

21 Of some fierce Maenad, even from the dim verge
22 Of the horizon to the zenith's height,
23 The locks of the approaching storm. Thou dirge

24 Of the dying year, to which this closing night
25 Will be the dome of a vast sepulchre,
26 Vaulted with all thy congregated might

27 Of vapours, from whose solid atmosphere
28 Black rain, and fire, and hail will burst: oh hear!

III
29 Thou who didst waken from his summer dreams
30 The blue Mediterranean, where he lay,
31 Lull'd by the coil of his crystàlline streams,

32 Beside a pumice isle in Baiae's bay,
33 And saw in sleep old palaces and towers
34 Quivering within the wave's intenser day,

35 All overgrown with azure moss and flowers
36 So sweet, the sense faints picturing them! Thou
37 For whose path the Atlantic's level powers

38 Cleave themselves into chasms, while far below
39 The sea-blooms and the oozy woods which wear
40 The sapless foliage of the ocean, know

41 Thy voice, and suddenly grow gray with fear,
42 And tremble and despoil themselves: oh hear!

IV
43 If I were a dead leaf thou mightest bear;
44 If I were a swift cloud to fly with thee;
45 A wave to pant beneath thy power, and share

46 The impulse of thy strength, only less free
47 Than thou, O uncontrollable! If even
48 I were as in my boyhood, and could be

49 The comrade of thy wanderings over Heaven,
50 As then, when to outstrip thy skiey speed
51 Scarce seem'd a vision; I would ne'er have striven

52 As thus with thee in prayer in my sore need.
53 Oh, lift me as a wave, a leaf, a cloud!
54 I fall upon the thorns of life! I bleed!

55 A heavy weight of hours has chain'd and bow'd
56 One too like thee: tameless, and swift, and proud.

V
57 Make me thy lyre, even as the forest is:
58 What if my leaves are falling like its own!
59 The tumult of thy mighty harmonies

60 Will take from both a deep, autumnal tone,
61 Sweet though in sadness. Be thou, Spirit fierce,
62 My spirit! Be thou me, impetuous one!

63 Drive my dead thoughts over the universe
64 Like wither'd leaves to quicken a new birth!
65 And, by the incantation of this verse,

66 Scatter, as from an unextinguish'd hearth
67 Ashes and sparks, my words among mankind!
68 Be through my lips to unawaken'd earth

69 The trumpet of a prophecy! O Wind,
70 If Winter comes, can Spring be far behind?

Sonntag, 7. Oktober 2007

Das System Schule

Angeregt durch das Ende von diesem Eintrag.

In der Schule geht es primär darum, gesellschaftlich zu überleben. Und auch der Lehrstoff, der hochinteressant sein kann, muss sich zumeist den gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen unterordnen. Wenn eine Klasse einen Lehrer nicht mag und diesen nicht unterstützt, wird man nicht viel lernen können, geschweige dass sich eine Atmosphäre des Intellektes aufbauen kann. Ich merke es schon daran, wenn ich nur an Schulhöfen vorbei gehe. Es gibt da zum Beispiel einen, der auf meinem Weg zum Bahnhof liegt. Ich weiß nicht, was für eine Schule es ist, aber ich glaube es ist eher eine Haupt- oder Realschule. Sollte es ein Gymnasium sein, wäre es dramatisch, denn jedesmal - und das obwohl ich mittlerweile viel älter und gestandener bin - werde ich an alte Zeiten erinnert, wo es in erster Linie darum geht, dass man sich in dem Umfeld behauptet. Sofort wird der Druck spürbar, in den Gruppen sozial überleben zu müssen. Und auch, wenn ich dieses ab der 11. Klasse relativ gut beherrscht habe, so ist es doch eine Last. Alleine schon, weil so vieles Feingeistige durch dieses subtil-aggressive Machtgefüge zerstört wird.

Und wirklich dramatisch wird es, wenn dann auch noch der Lehrer resigniert oder man sich in einer Schule/Klasse befindet, in der es nich einmal um höheres Wissen und Intellekt geht und auch unter den Schüler eine latente bis starke Bildungsfeindlichkeit herrscht.

Hinzu kommt, dass so mancher Lehrer - so ist meine Erfahrung - nicht in der Lage ist, den Reiz und den Zauber von Wissen und Intellekt zu vermitteln.

Neulich saß ich erst in der S-Bahn und beobachtete eine Lehrerin (samt einer Praktikantin oder Referendarin) und ihren jungen Schülern - und ich muss sagen, dass mir die Lehrerin gehörig auf die Nerven ging. Folgenden Text notierte ich daraufhin in mein Notizbuch (Vorsicht, er ist pamphletisch und in der Erregung des Augenblicks entstanden):

Warum sind Lehrer immer nur die unintellektuellsten Wesen? Pädagogische Hennen, die nur so herumhühnern und ernsthaft ihre belanglose Überaktivität so über die Untergebenen dominieren lassen, dass diese meinen müssen, jenes sei nun archetypisch für das System Schule? Woher soll so Ruhe und Geist kommen?

Aber vielleicht sind die Lehrer auch die falschen dieses beziehungsweise den Geist eines bestimmten Faches zu vermitteln. Schließlich haben sie sich gegen das Fach selbst und für das Unterrichten der ewig gleichen Inhalte entschieden. Interessiert sich jemand für die Kunst, so wird er Kunstwissenschaftler oder Künster, interessiert sich jemand brennend für Physik, so wird er Physiker, intessiert sich jemand für die Sprache und die Welt der Literatur, so wird er vermutlich Schriftsteller oder Dichter. Lehrer sein bedeutet auch immer, sich gegen die intesiveste Auseinandersetzung mit der Materie entscheiden zu müssen. Und man wird sich entscheiden müssen. Franz Schubert beispielsweise sah seine Lehrertätigkeit mit seiner Kompositionsarbeit irgendwann nicht zu vereinen und entschied sich für ein Leben als brotloser am Existenzminimum und darunter lebender Komponist, dem obendrein zu Lebzeiten fast jegliche Anerkennung verwehrt blieb.

Lehrer werden also dem Lehrertum selbst wegen Lehrer, was sicherlich nicht das Schlechteste, aber eben schon lange nicht das Beste ist, um bei den Eleven den Nährboden für den Reiz einer Profession zu schaffen.

Beispiel heute

Ich mache gerade
  • Ich beschäftige mich mit Soziologie und überlege, welches Buch ich bestellen soll
Ich würde noch gerne
  • Klaiver üben (kann jetzt den bearbeiteten Anfang von Liszts Liebestraum Nr. 3 sowie Chopins Abschiedswalzer spielen und fange mit dem Anfang eines unbearbeiteten! Stücks von Bach an
  • In meinen Byron- und Shelley-Büchern/Biographien/Gedichtbänden lesen
  • Die aktuelle Zeit und die letzten zwei Ausgaben der Süddeutschen Zeitung lesen, in die ich noch keinen Blick reinzuwerfen geschafft habe
  • Das Portrait über den Moslem zuende schreiben
  • Die beiden Texte für einen Leitfaden zuende schreiben
  • Rausgehen und das Wetter genießen
Ich werde jetzt
  • Ins 603 qm gehen, dort frühstücken und vielleicht ein paar von den obigen Dingen machen und mich darüber ärgern, dass ich keinen Laptop habe
Irgendwie könnte ich auch fünf Alter egos mit Interessen versorgen.

Online-Inhalte von "Wetten, dass ..."

Ich finde wirklich nett, was ZDF.de begleitend zu "Wetten, dass ..." bringt. Vor allem, die Backstage-Interviews sind nett. Was ich jedoch vermisse, sind mehr ausgewählte Szenen aus der Sendung. Natürlich wird das schnell ein Endlosspiel, aber ein wenig mehr könnte man schon bringen. Von der gestrigen Sendung gibt es nur Jamie Foxx beim Jodeln. Schon okay, aber warum kann man sich nicht den Auftritt sprich den Song von Avril Lavigne ansehen? Ich denke, dieser hätte auch am meisten Abrufe. Auch, wenn das neue Album von Avril größtenteils BonBon-Rock und weit entfernt von den alten Sachen ist, so hätte ich den Auftritt doch gerne gesehen.

Samstag, 6. Oktober 2007

Wie man besser nicht couchsurft

Jetzt veranstalten Mitglieder von couchsurfing.com sogar Treffen. Und heute kam in mein Postfach eine allgemeine Einladung für eine Städtetour an der deutsch-französischen Grenze entlang. Dann tringelt man vermutlich die ganze Zeit mit den "Couchsurfern" rum und unternimmt alles in der Gruppe. Aber mit diesem Gedanken kann ich mich nicht anfreunden. Ich kann Gruppenfahrten nicht ausstehen und der Grund, warum ich das Prinzip Couchsurfing spannend finde, ist, dass man eben nicht großartig plant, dass man eben nicht, wie bei einer Vereinstour in irgendwelche Vorgaben eingezwängt ist, sondern sich frei jemanden aussucht, bei dem man pennen möchte oder mit dem man einen Kaffee trinken möchte, dieses tut und dann wiedes seines Weges geht.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Sinnfreies Focus Campus

Jedes Mal, wenn ich die neueste Ausgabe von Focus Campus erhalte - nur weil man sie nicht abbestellen kann und ich noch nicht meinen Account löschen möchte -, bin ich erstaunt über diese Verschwendung von journalistischem Potential. Dass Online-Journalismus nicht mehr völlig sinnfrei ist, hat sich mittlerweile ja rumgesprochen. Aber bitte was soll man mit einem pdf-Magazin anfangen? Offline-Journalismus quasi. Nur online zu erreichen, aber auch dann nur indirekt. Und das Format erst: Es vereint die Nachteile von Print- und Online-Presse. Man kann das Magazin nicht mit aufs Sofa nehmen, aber nicht so leicht auf die Texte zugreifen wie im Internet. Bitte, bitte liebe Focus-Geschäftsführer, gliedert doch einfach diese Campus-Redaktion in die Redaktion von Focus.de ein. Es ist zu schade um die verschenkten Ressourcen und Artikel.

Montag, 1. Oktober 2007

Bahnabschuss?

Laut der Tagesschau kündigte die Arbeitgeberseite bei der Bahn AG an, die Lokführerstreiks mit allen Mitteln zu bekämpfen. Bahnt sich da ein neuer Gewissenskonflikt für die Kampfflieger der deutschen Luftwaffe an?

Samstag, 29. September 2007

last.fm

Habe meinen last.fm-Player umgestellt. Ab sofort gibt es dort Musik, die ich auch höre. Heißt: Die Mucke die ich aufm Rechner höre, wird bei last.fm erkannt - und ja sowieso dort angezeigt - und wird dann für die Songauswahl im Player verwendet. Have fun!

Das Prinzip Arbeit

Wirklich gut ist eine Arbeit nur, wenn man sie in das eigenen Leben integrieren kann, also die Arbeit für eine andere Arbeit - und sei es Einkaufen - unterbrechen kann. Ansonsten staut sich alles auf - zumeist bis zum Wochenende, wo man dann soviel Dinge erledigen muss, dass zumindest ein Tag des Wochenendes stressiger ist als ein Tag in der Arbeitswoche.

Es ist ein merkwürdiges Prinzip, diese Arbeitswoche. Meiner Ansicht nacht völlig überholt bzw. nie sinnvoll gewesen. Arbeiten und Leben muss verschmelzen, muss in einer natürlichen Symbiose sein, selbstbestimmt und frei.

Freitag, 28. September 2007

Der einzige gute Kampf, der existiert

Wenn du es versuchst, dann geh den ganzen Weg. Sonst fang gar nicht erst an. Das kann heißen Freundinnen zu verlieren, Frauen, Verwandte, die Arbeit und womöglich den Verstand. Es kann heißen: kein Essen für drei bis vier Tage. Es kann heißen: auf einer Parkbank frieren. Es kann heißen: Gefängnis. Es kann heißen: Hohn. Es kann heißen: Spott, Isolation. Isolation ist das Geschenk. Alles andere ist nur ein Test für deine Ausdauer, wenn du es wirklich willst. Und du wirst es schaffen. Trotz aller Ablehnung und schlimmster Übermacht. Und es wird besser sein als alles, was du dir nur vorstellst. Wenn du es versuchst, dann geh den ganzen Weg. Nur dieses Gefühl zählt. Du wirst allein sein mit dir und den Göttern. Und die Nächte werden lichterloh brennen. Du wirst das Leben reiten, direkt zum vollkommenen Lachen. Es ist der einzige gute Kampf, der existiert.

Charles Bukowski

Sonntag, 23. September 2007

Wiener Freunde

So war ich nun also in Wien, bin immer noch hier und habe noch ein paar Stunden, die ich in der Donaumetropole verweilen werde. Wien war anders als ich dachte: lauter, pulsierender, unsteter - ein urbaner Sprawl, rastlos, fremd, aber bevölkert von den herzlichsten Menschen, die ich seit langem traf.

Grund meiner Reise war, die Mitglieder der Gruppe "Wiener Freunde von Cafés und Literatur" zu treffen. Und so haben wir unzählige Stunden in den Wiener Cafés verbracht, darunter Hawelka, Kafka, Jelinek und Westend.

Seit diesem Wochenende gibt es nun auch für diese Gruppe, deren Mitglieder unter anderem über das studiVZ zusammengefunden haben, ein eigenes Online-Journal: cafe.twoday.net

Donnerstag, 20. September 2007

Jammern, Alter!

Eben nen Kumpel im Skype: "Und was macht Dein Blog? Jammerst mir da immer nen bisschen viel." o.O

Was'n herrlicher Satz. Ganz ehrlich: Genauso muss es laufen. Aber ich werd' trotzdem hier weiterjammern - zumindest ab und an. Zu irgend was muss das Ding ja nützlich sein. Und außerdem brauch immer was, über das ich später lachen kann.

Mittwoch, 19. September 2007

Schrottige Zwangsupdates

Ich liebe es, wenn ein Programm die neue Version verlangt (sonst läuft es nicht mehr), aber diese mieser als die alte ist. Zum Beipiel der MSN Windows Live Messenger, der jetzt alle paar Sekunden einfach mal einfriert und dann nichts mehr geht. Was ein Schrott. Man sollte sich echt mal zusammenschließen und was unternehmen gegen diese ganzen Zwangsupdates.


Neuester Kommentar

Danke
Vielen Dank für diese Sätze: "Es sollte eine sehr gute...
Johanna (Gast) - 2013-12-05 10:34
Gut analysiert. Nur bei...
Gut analysiert. Nur bei der politischen Ausrichtung...
7an - 2013-10-10 15:08
Kein Interesse
Nur eine kurze Anmerkung. Journalisten denken von ihrem...
Otto Hildebrandt (Gast) - 2013-10-10 14:08

Suche

 



arbeitsprozesse
das schreiben
der autor
der journalismus
digitale welt
diplomtagebuch
freie presse
fundsachen
gedanken
journalismus-studium
medienbeobachtungen
meinung
panorama
persönliches
poeten
reisenotizen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren