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Montag, 29. Juni 2009

Apple und die Überheblichkeit

Apple macht es sich einfach: "Wir haben neue Nutzungsbedingungen. Wenn Sie iTunes weiterhin nutzen möchten, bestätigen Sie folgenden Text", so das Motto.

Ganz ehrlich: In diesen Roman können sie alles reinschreiben. Niemand bekommt fragwürdige Formulierungen mit. Eine Schweinerei. Wirklicher Kundenservice hieße, kurz und knapp zu erklären, was die Änderungen sind. Aber Apple hatte ja noch nie Interesse daran, mit seinen Kunden wirklich in Kontakt zu treten. Die Kunden dürfen die Produkte vergöttern und ansonsten sollen sie die Schnauze halten.

Sonntag, 8. März 2009

Deppen-Software

Mein Handy kennt noch nicht einmal "Depp". Wie blöd ist diese Texterkennungs-Software überhaupt? Oder besser: die Programmierer. Zum Haare ausreißen. Ständig erkennt die Software irgendein banales Wort nicht.

Sonntag, 1. März 2009

März

Es ist Frühling. Das Leben beginnt.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Kehlmann

Die Kehlmann-Lesung in Frankfurt ist ausverkauft. #WTF? In der Stadt gibt es doch gar keine Kultur. Wo also kommen die ganzen Fans her?

Dienstag, 23. Dezember 2008

Helmut Schmidt zum 90.

Helmut Schmidt, Bundeskanzler a. D. und ein großes demokratisches Vorbild, ist heute 90 Jahre alt geworden. Alles Gute!

Anbei Teil 1 des grandiosen Portraits von Sandra Maischberger und Jan Kerhart über Schmidt. Weitere Teile hier oder als DVD.

Donnerstag, 27. November 2008

studiVZ vs. meinVZ

"Sag mal, bist Du überhaupt Student?" fragt mich das studiVZ ganz unverblümt. Nö, bin ich nicht, aber ich werde trotzdem nicht zum meinVZ wechseln.

Der Grund ist folgender: Irgendwann tauchten in der Community Leute auf, die nicht studieren oder studiert haben. Darüber habe ich mich gefreut. Das VZ war und ist ein in jeder Hinsicht übergreifendes Netzwerk.

Doch dann erschienen plötzlich ganz viele Geister. Leute mit denen man irgendwann mal zur Realschule gegangen ist oder die man vom Dorfleben her mehr oder weniger gut kannte. Keine Dünkel hier, aber wie kommt jemand dazu, den ich Jahre nicht gesehen habe und mit dem ich eigentlich noch nie etwas wirklich zu tun hatte, dazu, mir seine virtuelle Freundschaft anzubieten (wirkliche Kumpel von früher sind damit natürlich nicht gemeint)? Interessant auch hier: Alle diese Anfragen erfolgen ohne Nachricht, ohne ein paar grüßende Worte - über die ich mich ja immer freue. Suspekt.

Das ganze hat nun eigentlich wenig mit der Unterscheidung von studiVZ und meinVZ zu tun, aber irgendwie erinnert mich das meinVZ zu sehr an das Leben, dem ich schon lange entwachsen bin. Und warum, liebe Betreiber, sollte ich dorthin zurückkehren? Es ist nicht mein Problem, wenn ihr einen ungünstigen Namen für euer Portal gewählt habt.

Mittwoch, 5. November 2008

Mr. President’s first words

Congratulation!
PS: Es ist ein bisschen wie das Ende von Star-Wars: A new Hope!

Sonntag, 2. November 2008

Wie man Sprachen lernt

Manche Menschen haben Glück. Sie wachsen bereits mehrsprachig auf. Oder sie haben fantastischen Unterricht bei hochkompetenten Lehrern. Oder sie erkennen als Schüler oder Student, dass sie ins Ausland müssen, um live zu lernen und bekommen dazu auch die Gelegenheit und die nötige finanzielle Unterstützung sowie den familiären Rückhalt. Wenn das alles nicht der Fall ist, wird es schwierig.

Das Problem ist, dass einem gerade durch Fremdsprachenunterricht, das Lernen oftmals gründlich verdorben wird. Man schaue sich nur an, was die BBC in ihrem bbclearningenglish-Programm bei Youtube reinstellt. Eine Fremdsprache zu lernen, heißt oft, den würdelosesten Mist ertragen zu müssen. Ich aber ertrage es einfach nicht, mir Unterrichtsstoff anzutun, der offensichtlich für lern- und sprachbehinderte Menschen gestaltet wurde.

Ich erinnere mich daran, wie wir uns selbst noch im Studium im Englischkurs einander einen Ball zuwerfen sollten, damit klar war, wer etwas sagen musste. In einem anderen freiwilligen Englischkurs lehrte eine Indierin mit grausamem Akzent, bei der wir Buchstaben in die richtige Reihe ordnen mussten, damit das Ursprungswort herauskommt. Kurz um: Meine Englischkurse waren oftmals die reinste Qual oder zumindest träge und uninspiriert. Wirklich gut in Erinnerung geblieben ist mir nur meine letzte Dozentin in der Hochschule, die mir nach dem allerletzten Kurs einen dreistündigen Privatunterricht gab. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Was kann man tun, wenn man eine Sprache verbessern möchte und nicht ins entsprechende Land kann? Filme, Serien etc. schauen, Bücher und Zeitungen lesen. Okay. Vielleicht hat man einen ausländischen Kumpel, mit dem man eine andere Sprache üben kann. Dafür lohnt es sich übrigens im studivz nach Tandempartnern in entsprechenden Gruppen zu suchen, um sich auf Chats in Straßencafés zu verabreden.

Eine andere sehr gute Gelegenheit sind wissenschaftliche Videos auf YouTube. Mittlerweile gibt es ganze Kanäle von Universitäten, die Kurse aufnehmen und ins Netz stellen. Das MIT macht das zum Beispiel auf hohem Niveau. Leider sind fast nur technische Kurse dabei. Und leider habe ich immer zu wenig Zeit und viel zu viele andere drängende Interessen, um irgendwo die goldene Perle zu suchen und zu finden. So versickert also schon wieder alles im virtuellen Treibsand.

Aber falls jemand zufällig, hervorragende englische Video-Kurse über Themen wie Literatur, Soziologie, Kulturwissenschaften, Geschichte, Kreativitätsforschung oder irgend etwas Abgefahrenes entdeckt, möge er mich doch bitte per Kommentar darauf hinweisen.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Kaufen!

Man müsste jetzt eigentlich Aktien kaufen. Problem: wie und wo? Als Normalsterblicher geht man ja bestenfalls zur Bank und kauft einen Dekafond oder so. Aber jetzt müsste man eigentlich richtig Geld zur Hand nehmen oder im Fall von so mittellosen Menschen wie mir, zur Bank gehen, sich, sagen wir, um es nicht zu übertreiben, 5000 bis 10.000 Euro aufnehmen und es quer über den Dax verteilt anlegen. Aber noch unbedingt bevor, der Bundesrat am Freitag das neue Rettungspaket-Gesetz bestätigt. Es ist ein Jammer, man könnte wirklich richtig leicht zu Geld kommen. Ein paar tausend Euro gefällig? Aber weil man überhaupt keine Ahnung von dem ganzen Mist hat, lässt man es schön bleiben.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Im Zug mit Jack

Am Abend vorher ist es ein Fluch. Wenn der Wecker klingelt sowieso. Und wenn es dann noch regnet, ist alles vorbei. Manchmal jedoch macht das frühe Aufstehen zwar keinen Spaß, aber die Ruhe, in der die Welt noch schlummert, ist angenehm.

Um 8 Uhr ist die Welt bereits zu wach. In der Bahn plappern dumme und oder unhöfliche Menschen, man drängelt sich auf den Sitzen. Früher am Morgen fängt es schon damit an, dass der Zug ein Schönerer ist. Einer von diesen Doppeldeckern, die lautlos durch die Nebel gleiten. Das Licht ist gedämpft. Nur sechs von vierzehn Lampen angeschaltet. Die Menschen halten ihren Mund. Draußen fließen silberne Wiesen vorbei. In meinen Händen ein Buch:

Als blinder Passagier reiste Jack London nach Chicago, anschließend nach New York und weiter zu den Niagara-Fällen. Der Vagabund wurde dort von der Polizei aufgegriffen und für dreißig Tage ins Gefängnis gesperrt. Das Leben als Tramp veränderte Jack London. Er erkannte, dass Menschen unschuldig zu den Ausgestoßenen einer Gesellschaft angehören konnten [...].

"Ich hatte meine Kindheitauf Farmen in Kalifornien verbracht, als Junge Zeitschriften auf den Straßen verkauft, als Jugendlicher fuhr ich auf Schiffen über die San Francisco Bay und den Pazifischen Ozean. Ich lebte das Leben unter freiem Himmel, ich arbeitete unter freiem Himmel, erlernte keinen Beruf, sondern wechselte von Job zu Job. Die Welt erschien mir als das Gute schlechthin. Ich möchte wiederholen: diesen Optimismus hatte ich, weil ich gesund und stark war, keine Schmerzen und Schwächen kannte und niemals von einem Arbeitgeber abgewiesen wurde, weil ich etwa nicht kräftig genug aussah. [...] Ich fand unter den Tramps alle Arten von Menschen, unter ihnen viele, die einmal so gesund und kräftig aussahen wie ich selbst. Es waren Seeleute, Soldaten, Arbeiter, alle entstellt und verunstaltet durch Schwerarbeit, Not und Unfälle. Von ihren Arbeitgebern waren sie weggejagt wie alte unbrauchbare Pferde." [...]

Seine Erfahrungen unter den amerikanischen Tramps zu verfolgten Jack London. Er, der sich als Schriftsteller zugleich journalistische Aufgaben stellte, ging 1902, verkleidet als abgerissener Seemann, in die Londoner Slums. Er wollte die Lage der sozial ausgestoßenen erkunden und fragte sich: Warum leben diese Menschen in Slums? Nicht aus Faulheit und nicht aus freier Wahl, das erkannte er. Die Gründe waren vielmehr Alter, Krankheit, Unfall, Verlust der Arbeitskraft, Geburt im Slum. Selbstmord, Trunksucht, Kriminalität ergeben sich in zwanghafter Folge. Jack London notierte sich: Warum muss eine Zivilisation, die immer mehr Waren produziert, zugleich das Elend vergrößern? Er forderte, eine Gesellschaft muss das Los des Durchschnittsbürgers verbessern, das heißt, das Profitmotiv kann nicht das oberste Prinzip des Zusammenlebens sein.



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