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Mittwoch, 7. November 2012

Bertelsmanns Akademie für die Pressefreiheit

Im September vor einem Jahr besuchte ich die ersten Schüler der International Academy of Journalism (Intajour) für den journalist. Bertelsmann hatte die Schule ins Leben gerufen, um die Pressefreiheit in Ländern zu stärken, in denen es um diese nicht besonders gut steht - oder in denen es wenig Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Journalisten gibt.

Jetzt habe ich für die Frankfurter Rundschau einen Nachklapp geschrieben, in dem ich zeige, was die Schule zwei Absolventinnen gebracht hat.

Freitag, 26. Oktober 2012

Geldregen für Online-News?

Facebook hat einen Weg gefunden, Geld zu verdienen und die deutschen Verlage sollten sich das genau ansehen.

Die Berliner Zeitung schreibt heute im Wirtschaftsaufmacher (leider nicht online): "Facebook setzte im vergangenen Quartal 150 Millionen Dollar im Bereich der mobilen Werbung um, also Anzeigen, die auf Smartphones und Tablets eingebledet werden. Das war eine Verdreifachung zu den geschätzten 50 Millionen Dollar, die Facebook im vorherigen Quartal verdiente."

Das Geschäft mit der "mobilen" Werbung wird das große Ding für die Verlage werden. Es könnte abseits von Paywalls die große Erlösquelle werden. Und auf verlagseigenen Apps gibt es nicht mal Werbeblocker. Jetzt müssten die Online-Nachrichtenseiten nur erstmal Apps haben.

Die Leser sind da, aber wo die News?

Wie große Teile der deutschen Presse die Zukunft des digitalen Nachrichten-Konsums verschlafen.

Seit kurzem habe ich ein Smartphone. Ein entscheidender Kaufgrund war, dass ich vorhabe, damit kurze Videos bzw. Interviews zu drehen (das Samsung S2 schafft Full HD) und als Zusatz zu meinen Artikeln zu verkaufen. Kein nennenswerter Kaufgrund war, unterwegs surfen zu können. Insofern bin ich überrasc
ht über mein Smartphone-Nutzungsverhalten. Nicht unterwegs, sondern zu Hause.

Am Computer lese ich schon lange so gut wie gar keine Online-Nachrichten mehr. Ich habe die Berliner Zeitung und die Süddeutsche Zeitung im Print abonniert, wichtige Fach-Neuigkeiten über die Medienbranche bekomme ich via Newsroom-Newsletter und vor allem durch eine sorgfältig und thematisch eng begrenzte Liste von Leuten, denen ich auf Twitter folge.

Es stresst mich, zu Hause bei der Arbeit oder privat Online-Nachrichten auf dem PC-Bildschirm zu lesen. Ich werde unruhig und verspannt. Bislang habe ich höchstens einmal am Tag für wenige Sekunden Spiegel Online geöffnet. Das war's. Jetzt schaue ich fast immer, wenn ich das Smartphone in die Hand nehme auf Spiegel Online.

Ich glaube, das liegt daran, dass der PC ein Lean-Vorward-Medium ist, ein Smartphone aber ein Lean-Back-Medium. Es ist entspannend, mit dem Smartphone zu surfen und zu lesen.

Verlorene Leser durch fehlende Apps

Spiegel Online lese ich auf dem Smartphone aber nur so oft, weil es eine App für die Seite gibt. Scheinbar ist sie überflüssig. Sie kann nicht viel mehr als die Browser-Version. Aber ich muss nicht erst meine Internet-App öffnen und spiegel.de eintippen oder in den Lesezeichen suchen. Das rote Spiegel Online-Icon prangt auf meiner Smartphone-Startseite und immer wenn ich das Ding in die Hand nehme, möchte ich irgendetwas damit machen. Das heißt, ich klicke auf: Instagram (nicht nur ein Filter-Tool, sondern auch spannendes soziales Foto-Netzwerk), Twitter, Xing, Spiegel Online, Facebook. Würde es keine App für Spiegel Online geben, würde ich die Seite mobil sehr viel seltener bis gar nicht ansteuern.

Ich war also ziemlich überrascht, als ich sah, dass es für ZEIT Online und Süddeutsche.de keine Apps für mein Smartphone gibt. Das Kurioseste dabei: Es gibt eine ZEIT Online App, aber nur für das Betriebssystem iOS, also nur für iPhones. Auf rund 40 Prozent aller Smartphones in Deutschland ist aber laut golem.de Android installiert. Das Apple-System kommt nur auf gut 20 Prozent. Möchte mal jemand ausrechnen, wie viele Zugriffe und Leser ZEIT Online dadurch verloren gehen? Dabei gilt die Redaktion als Online-Vorreiter und Chefredakteur Wolfgang Blau wurde gerade vom Guardian als Director of Digital Strategy abgeworben.

Auf meine Frage via Twitter an ZEIT Online, ob es wirklich keine Android-App für ZEIT Online gebe, bekam ich die Antwort: "Das stimmt. Wir konzentrieren uns auf Optimierung der Mobil/Tablet-Angebote." Aha. Fabian Mohr, Entwicklungs-Redakteur und Mitglied der Chefredaktion, ergänzte: "Das an einer nativen App festzumachen, ist nur etwas gestrig."

Süddeutsche.de hat zu meinem Erstaunen ebenfalls keine App aufgesetzt. Chefredakteur Stefan Plöchinger antwortete auf Nachfrage aber immerhin: "Kommt bald :)"

Viele Zeitungen besitzen nicht mal eine mobile Version ihrer Website

Ryan Lytle schrieb die Tage auf dem Blog 10.000 Words - Where Journalism and Technology meet: "It’s no surprise to anyone reading this that mobile devices, such as smartphones and tablets, are skyrocketing in popularity and usage." 36 Prozent der amerikanischen Smartphone-Nutzer lesen täglich News auf ihrem Gerät, schrieb er, 62 Prozent jede Woche. Und die Zahlen stiegen dramatisch schnell. "But it’s still shocking to see some news sites that aren’t fully optimized for the mobile experience."

Das trifft auch auf viele deutsche Regional und Lokal-Zeitungen zu, die ihre Website nicht für mobile Geräte optimiert haben – von einer App ganz zu schweigen. Sogar der Tagesspiegel gehört dazu. Dabei erzählte mir der Online-Chef Markus Hesselmann kürzlich bei einem Besuch mit dem Fachausschuss Online des DJV Berlin in seiner Redaktion, dass die Redaktion mittlerweile noch früher anfangen würde zu arbeiten, da die Leser heute nicht erst in Büro Nachrichten lesen würden, sondern bereits auf dem Smartphone auf dem Weg ins Büro.

Fehlanzeige auch bei der oft für ihre Online-Strategie gelobten Rhein-Zeitung. Auch die Leipziger Volkszeitung bietet keine mobile Version an. Das ist insofern konsequent, als dass auch die Titel des Mutterhauses Madsack, Hannoversche Allgemeine und Neue Presse keine mobile Version vorweisen können. Die Neue Presse wurde erst diesen Sommer gerelauncht. Das die Zukunft der digitalen Nachrichten-Nutzung vergessen wurde, sagt viel aus über das digitale Selbstverständnis eines der größten deutschen Zeitungs-Verlage in Deutschland - und damit auch über die deutsche Presse.


Die Debatte zum Text mit Beteiligung mehrer Online-News-Redaktionsleiter ist auf Facebook zu finden.

Freitag, 7. September 2012

G+J ohne Buchholz: Der Kapitän tritt ab

Bernd Buchholz war einer dieser Verlagsmänner, von denen man dachte, sie seien für die Ewigkeit bestimmt. Sie haben diese "Mag die Welt untergehen, ich nicht"-Attitüde. Doch es kam anders. Buchholz wurde vom neuen Bertelsmann-Chef Thomas Rabe abgesägt. Buchholz war offenbar zu charakterstark. Kein Wunder: Er wurde von Gerd Schulte-Hillen zu Gruner+Jahr geholt, den Rupert Murdoch einst als als "fucking cowboy" bezeichnete.

Die Zeit der Cowboys ist aber offenbar vorüber. Und das ist weniger Schade für die Cowboys als für unsere Zeit, denn die Demontage von Buchholz ist auch ein Indiz für die komplette Übernahme Gruner+Jahrs durch Bertelsmann. Bisher wehrte sich Angelika Jahr als Sprecherin der Familie Jahr gegen einen Verkauf. 25,1 Prozent von Gruner+Jahr gehören der Familie. Sie halten eine Sperrminorität, sollen aber einen weiteren Verfall ihrer Aktien fürchten und erwägen, sie gegen weitaus wertstabilere Bertelsmann-Aktien einzutauschen. Der Bertelsmann-Konzern (RTL Group, Random House) könnte dann mit Gruner+Jahr und damit auch mit den Zeitschriften GEO und stern machen, was er will. Die Nachfolge von Buchholz treten nun gleich drei Leute an. Rabe möchte also keine starke Persönlichkeit mit zu viel Macht aufkommen lassen.

Das Gebäude von Gruner+Jahr am Hamburger Hafen ist architektonisch an eine Schiffsform angelehnt. Vor ein paar Jahren, als der Verlag kriselte, ermahnte Buchholz seine Mitarbeiter, "auf dem Sonnendeck" die Liegestühle und Drinks beiseite zu stellen. Er war nie einer, der immer gerecht war und alle seine Journalisten gleich behandelte (zumindest von der Bezahlung her), doch er hatte Haltung und er hielt den Laden beisammen. Nun zieht wirklich ein großer Sturm vor dem Hamburger Baumwall auf. Und der Kapitän ist nicht mehr an Bord.

Dienstag, 7. August 2012

Mehr Pressefreiheit geht an Presse vorbei

Da wird die Pressefreiheit in Deutschland verbessert, doch die Presse selbst interessiert es nicht.

Am 1. August trat das Pressefreiheitsgesetz in Kraft. Journalisten können künftig nicht mehr wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat belangt werden, wenn sie brisantes Material von Informanten aus staatlichen Stellen annehmen, auswerten oder veröffentlichen. Zudem dürfen Redaktionen nicht länger durchsucht werden – außer es besteht der dringende Tatverdacht der Beteiligung an einer Straftat.

Lediglich vor zwei Jahren, als die Idee zu dem Pressefreiheitsgesetz aufkam, gab es ein paar Meldungen zu dem neuen Gesetz. Insofern muss man es schätzen, dass die Berliner Zeitung meine Meldung die Tage veröffentlichte. Hier ist sie in ähnlicher Form auf der Seite des DJV Berlin.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die Frage nach dem Neuen

Das Studium ist lange vorbei - auch der Ausbruch aus dem ersten Job auf der Suche nach Mehr. Die Grenzen sind längst verschoben. Damals war die Reportageschule Symbol von Freiheit und Selbstverwirklichung. Sie ist absolviert. Gut zwei Jahre sind seitdem vergangen. Nach einem fragte ich mich, was Neues kommen könnte und bewarb mich für eine Hospitanz beim SPIEGEL. Sie nahmen mich für die acht Wochen als Pauschlisten, das war schön, ist aber auch schon wieder zwei Monate her. Und wieder taucht die Frage auf: Was nun?

Dienstag, 26. Juni 2012

Das Bauernopfer - Warum die Deister-Leine-Zeitung sterben musste

Helena Tölcke bei der letzten Redaktionssitzung

Im großen Medienrauschen ist das Ende der Deister-Leine-Zeitung nur eine Randnotiz. 4.500-mal verkaufte sie sich im niedersächsischen Barsinghausen. Nun ist nach 126 Jahren Schluss. Dabei war die DLZ die erste Zeitung am Ort. Warum versuchte niemand, sie mit einem neuen Konzept zu retten? Und welche Rolle spielte der große Madsack-Konzern beim Ende des kleinen Traditionsblatts? Eine Spurensuche. [zum Artikel ...]

Mittwoch, 11. April 2012

Mord, KGB-Knast, Flucht: Über ein Treffen mit einer Exil- Journalistin in Litauen

Natalia Radina in Vilnius. Alle Rechte: Jan Söfer
Natalia Radina in Vilnius. Foto: Jan Söfjer

Natalia Radina bietet mit ihrem Online-Portal Charter97 dem weißrussischen Präsidenten Lukaschenko die Stirn. Der KGB steckte sie dafür in den Knast, ihr Freund und Herausgeber wurde ermordet. Radina floh nach Litauen und setzt dort sein Vermächtnis fort. Ein Treffen. [zum Artikel ...]

Sonntag, 12. Februar 2012

Warum die Online-Presse noch zu wenig Bedeutung hat

Dass Onlinezeitungen immer noch(!) weniger Bedeutung und Status als ihre Papierschwestern haben, sieht man gerade wieder einmal nach dem Tod von Whitney Houston.

Schaut man quer durch die Onlinepresse, so findet man eigentlich nur Agenturstücke oder Artikel von Online-Redakteuren, die ein bisschen was zusammengeschrieben haben - was keinen Mehrwert gegenüber einem guten Agenturstück bietet. Einzig auf Spiegel Online gibt es einen Nachruf auf Houston, der ein gutes Stück im Print am Montag überflüssig macht. Geschrieben wurde der Nachruf von Marc Pitzke - dem US-Korrespondenen von Spiegel Online (http://bit.ly/wumBV0). Mehr kann ein Nachruf kaum bieten. Und doch gibt es ein Problem und das hat damit zu tun, wie dieser Text rezipiert werden kann.

Als ich selbst den Text vor mir hatte, hatte ich keinerlei Lust ihn zu lesen. Nicht, weil mich das Thema nicht interessierte oder ich nicht lesen wollte, sondern, weil ich mich entspannen wollte. Erst Recht am Sonntag. Wenn ich in Ruhe lesen möchte, dann nicht am Computer, nicht nach vorne gebeugt, es strengt an, es stresst. "Mein Gott, wie lang der Artikel", dachte ich mir. Musste ich ihn lesen? Houston ist tot, die News kannte ich und am Montag würde ich in Ruhe in der SZ mehr erfahren, warum mich jetzt mit einem Online-Text stressen? Ich habe dann etwas probiert.

Den Artikel las ich zwar auf meinem Netbook, aber auf dem Sofa. Vom Gewicht und der Größe des Geräts her geht es gerade noch. Plötzlich war ich nicht mehr gestresst. Der Artikel war schnell gelesen und hätte auch noch länger sein können. Im Artikel schreibt der Autor über ein legendäres erstes Fernsehkonzert von Houston, ich habe es schnell auf Youtube gefunden. Beeindruckend (http://bit.ly/LpWWe).

Nun muss ich sagen, dass ich kein Tablet besitze und die zehnseitige Spiegel-PDF-Story, die ich noch lesen möchte, würde ich mir lieber ausdrucken, weil mein Netbook dann doch nicht so handlich ist. Bisher hielt ich Tablets für ziemlich überflüssig. Seit heute ist mir klar, dass durch sie der Online-Journalismus vielleicht genauso viel Bedeutung wie der Print-Journalismus gewinnen wird - eher mehr. Und der flächendeckende Besitz von Tablets könnte dazu führen, dass es bei der Tagespresse wirklich nur noch eine Redaktion für Print und Online gibt, wenn Print dann überhaupt noch produziert wird.

Das Problem des Online-Journalismus ist, dass die Mehrheit der Nutzer nur nebenbei liest - im Büro, in der Uni. Neben der Arbeit. Onlinezeitungen sind kein Zurücklehn-Medium. Sie taugen nur zur Ablenkung oder schnellen Information. Will man richtig in Ruhe lange längere Artikel lesen, stressen Online-Zeitungen. Das ist auch ein Grund, warum Online der Agenturjournalismus dominiert, warum der Leser vielleicht ein so gutes Stück, wie das vom Korrespondenten Pitzke über Houston, nicht genug wertschätzt. Oder anders: Warum es kaum Online eigene Korrespondententexte gibt. Warum Leser so viel Blödsinn und Kleinkram anklicken. Warum Online das Budget für Autorentexte gering (alle großen Marken) oder gar nicht vorhanden (faz.net, fr-online.de) ist.

Mit dem Tablet dürfte sich das ändern. Dafür müssen die Geräte aber günstig werden und die Mehrheit der Nutzer eins besitzen. Und hoffentlich hat sich bis dahin auch ein Bezahl-Verfahren oder Abo-Modell flächendeckend in der Online-Presse etabliert. Denn die iPad-Ausgaben, die Tablet-Ausgaben heißen sollten, weil sie nicht von Apple produziert werden, werden als kostenpflichtiges Modell dann nicht mehr funktionieren. Was für einen Sinn macht es denn, im Internet Tagesausgaben zu produzieren?

Freitag, 9. Dezember 2011

taz erfindet Audio-Slideshow neu



Die taz etabliert gerade in Deutschland das Format der Audio-Slideshow. Bisher gab es kaum welche und die wenigen waren oft ein bisschen langweilig. In Kooperation mit 2470media überzeugt die taz nun mit wahnsinnig guten Portraits von Berlinern. Jede Woche eins. 52 Wochen lang. Die "Berlin Folgen".

taz-Redakteure machen die journalistische Arbeit, 2470media Fotos, Videos und Produktion. 2470media hatte zuletzt mit eigenen Audio-Slideshows den Deutschen Reporterpreis (Web) und den Axel-Springerpreis (Web) gewonnen, doch wenn auch technisch brillant, so überzeugen mich die Dramaturgie ihrer eigenen Stücke nie. Man merkt einfach, dass sie Fotografen und Producer sind, aber keine Journalisten. Mit der Arbeit der taz kommt in den "Berlin Folgen" nun auch noch die journalistische Professionalität dazu. Das Ergebnis ist beeindruckend. Man wird förmlich inspiriert.

Mit persönlich haben besonders "Die Countrysängerin" und "Die Cineasten" gefallen. "Der Obdachlose", der für den Deutschen Reporterpreis nominiert war, ist wahnsinnig stark, sogar weitaus stärker als der dazugehörige taz-Artikel von Plutonia Plarre (was selten ist), die die meisten der "Berlin Folgen" redaktionell verantwortet. Alleine die Stimme des Obdachlosen Gero ist eine Wucht. Und dann sagt er Sätze, die von Tom Kummer stammen könnten. Sätze wie: "Assis wie ich haben kein frei." Oder: "Ich stehe nicht auf, ich stürze ins Kotzen." Die taz hat die Audio-Slideshows neu erfunden.

Donnerstag, 10. November 2011

Hi, Franc Tausch hier

Zu spät! Schon wieder nicht aufgepasst.

"HI, FRANC TAUSCH HIER!"

Und dann erzählt der Franc, der früher Frank hieß, dabei wollte ich nur einen Filmtrailer sehen.

Franc Tausch, Schauspieler (zwei Serienfolgen), Synchronsprecher ("Freitag der 13. - Jason lebt" und "Die Todeskralle schlägt wieder zu") anscheinend arbeitsloser Radiomoderator in Los Angeles und selbsternannter Filmkritiker, hat eine perfide Methode entwickelt um sein nichts-ahnendes Publikum zu überrumpeln.

Tausch nimmt einen aktuellen Filmtrailer, bastelt eine überflüssige Paar-Sekunden Zusammenfassung davor und stellt den Clip auf YouTube. Unter dem Namen des Filmes plus "Trailer". So wird der Eindruck erweckt, es handele sich ausschließlich um den offiziellen Trailer. Den kleinen Hinweis "Hochgeladen von FilmKritikTV" übersehe ich regelmäßig. Auch weil Tauschs Trailer oft ganz oben stehen. Vermutlich wegen seiner 112.108 Abonnenten.

Und dann erscheint der Franc/k plötzlich wieder mit diesem leicht grenzwertig freudigem Gesicht und den müden Augen. Er reißt seinen Mund so weit auf wie eine Manga-Figur, als hätte er auf einen Startschuss gewartet, japst er noch mal schnell nach Luft und stößt sein "HI, FRANC TAUSCH HIER von FilmKritikTV" - als fürchte er um jeden Sekundenbruchteil, der ihm genommen werden könnte. (Remix-Kostprobe hier)

15 Minuten Ruhm habe jeder in seinem Leben, sagte Warhol. Tausch hat jetzt 357 Trailer besprochen, mit meist 30 Sekunden Vorwort. Das sind drei Stunden "HI, FRANC TAUSCH HIER". Warhol hätte das nicht lustig gefunden.

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Danke
Vielen Dank für diese Sätze: "Es sollte eine sehr gute...
Johanna (Gast) - 2013-12-05 10:34
Gut analysiert. Nur bei...
Gut analysiert. Nur bei der politischen Ausrichtung...
7an - 2013-10-10 15:08
Kein Interesse
Nur eine kurze Anmerkung. Journalisten denken von ihrem...
Otto Hildebrandt (Gast) - 2013-10-10 14:08

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