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blogheaderr

digitale welt

Freitag, 4. September 2009

StudiVZ: vor die Wand gefahren

facebook

In der SZ gibt es heute ein Interview mit dem StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani (das leider zunächst nicht online war). Darin kritisiert er, was Holtzbrinck aus seinem Portal gemacht hat: "Die Zeitungsverkäufer aus Stuttgart haben es geschafft, den innovativen Geist bei StudiVZ abzutöten und aus dem Laden eine Verwaltungseinheit zu machen."

Damit hat Dariani recht. Vor einem Jahr habe ich mich bei Facebook und anderen Portalen abgemeldet (FR-Artikel), weil ich merkte, wie schwierig bis unmöglich das ist und ich die Probe aufs Exempel machen wollte.

Facebook hatte ich bis dahin so gut wie gar nicht genutzt. Es bot nichts besonderes und nur wenige meiner Bekannten und Freunde waren dort angemeldet. Als ich mich jetzt vor ein paar Wochen wieder angemeldet habe, war ich erstaunt. Erstaunt über das Leben, das ich dort fand. Beim StudiVZ bewegt sich hingegen überhaupt nicht mehr.

Bei Facebook ist mittlerweile so ziemlich jeder, den ich kenne vertreten und veröffentlicht ständig Neues aus seinem Alltag – selbst Leute, die sich früher nie sonderlich für soziale Netzwerke interessiert haben. Dadurch erfahre ich weitaus mehr aus meinem Bekanntenkreis als früher. Denn so oft rufe oder maile ich ehemalige Kommilitonen nicht an.

Möglich wird die Aktivität bei Facebook durch eine einfache Technik. Egal was man macht, ob man eine kleine Notiz schreibt, ob man Fotos oder Videos hochlädt oder via Youtube einbindet, ob man Artikel und Links empfiehlt oder ob man einen neuen Wohnort oder Job angibt: Alles wird (außer man deaktiviert diese Funktion) auf seiner eigenen sowie auf der Startseite sämtlicher Freunde sichtbar. Obendrein kann alles kommentiert oder mit einem "Daumen hoch" für gut befunden werden. Der soziale Austausch dadurch ist immens. Erst dadurch ist Facebook ein wirkliches soziales Netzwerk geworden. Ohne diese Funktionen wäre es nur eine Steckbriefsammlung mit Kontaktliste. Also das, was StudiVZ ist. Selbst wenn Holtzbrinck noch die Kurve bekommt: den Anschluss haben sie längst verpasst. Somit ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihr Portal schließen oder an Facebook oder einen anderen Interessenten verkaufen müssen.

Freitag, 28. August 2009

Wie Online-PR funktioniert

Ein schönes Video, das erklärt, wie Online-PR bzw. PR im digitalen Zeitalter funktioniert.

Online PR is all about Community from RealWire on Vimeo.

via Thomas Knüwer

Montag, 18. Mai 2009

Der Online-Rap der Leidenschaftlichen

Work Flow - Page Impression - News flash
webcam - cross medialer - Nerv crash
Nutz wert - Social Bookmark - Feed back
Web log - quick and dirty - schnell Dreck

Start up - Face to Facebook - Ei-Phone
Pod cast - Chefredaktor - Schreit schon
Flat rate - pene-trieren - live stream
Lap top - Akku leer - blue screen

click clack - online always - News Desk
sex crime - Wackel Bilder - gro-tesk
Chat room - fatal error - Por-no
Und das - Ganze jetzt von - vorn-o

Via drehscheibe.org

Samstag, 16. Mai 2009

Sascha Lobo und die digitalen B-Promis

Machen Sascha Lobo und Co. eigentlich auch etwas Produktives, gar handfest-hochwertig Journalistisches? Oder wird nur über sie berichtet, weil über sie berichtet wird? Aber vielleicht reicht das auch. Als Werbemensch, der er eigentlich ist, hat er sich so schließlich perfekt als Marke verkauft.

Samstag, 21. Februar 2009

Empfehlung: Internet-Strategie für TV-Serien

Das einzige Fernsehprodukt, das mich derzeit interessiert ist Terminator - The Sarah Connor Chronicles. Leider bin ich nun an dem Punkt angelangt, an dem ich auf neue Folgen warten muss. Ich habe sämtliche bisher verfügbaren Folgen im Internet gesehen und wie ich feststellen musste, wurde die Folge, die ich eben sah, "Desert Cantos", erst gestern Abend im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt. Das heißt, ich bin nun trotz Internet an die TV-Ausstrahlung gebunden. In diesem Rahmen frage ich mich wieder einmal, wie die Fernsehsender sich auf das Internet einstellen sollten.

In Deutschland läuft die Serie auf Pro7, ich habe aber keine einzige Folge dort gesehen. Im Internet gab es sie ja schon viel früher und obendrein in hervorragender Qualität. Ironischerweise habe ich sogar schon Geld gezahlt, um einzelne Folgen sehen zu können. Einer der Hosts, über den die Folgen verbreitet werden, hat nämlich eine Zeitbegrenzung eingeführt. Schaut man länger als ein, zwei Stunden (kann mich nicht mehr erinnern), muss man entweder warten oder Premiummitglied werden. Die zehn Euro für eine einmonatige Mitgliedschaft war es mir Wert.

Ich denke, dass die Fernsehanstalten ihr Modell erweitern müssen. Die heutigen Serien-Konsumenten brauchen keine deutsche Übersetzung mehr - bestenfalls Untertitel - und sie wollen auch nicht Wochen oder Monate warten, bis die Serie endlich in ihrem Land läuft. Der Sender, der also die Serie produzieren lässt, in dem Fall Fox, sollte die Serie weiterhin im Fernsehen ausstrahlen, sie aber früher ins Internet stellen, wo sie kostenpflichtig gestreamt werden kann. Natürlich wird das auch unterwandert werden und die Folgen werden genauso illegal ins Netz gestellt werden, allerdings könnte Fox mit diesem Model einiges verdienen. Den einzigen Vorteil den sie haben, ist, dass sie bestimmen können, wann die Folgen veröffentlicht werden. Auch im Netz. Daraus sollten sie Kapital schlagen.

Sonntag, 9. November 2008

Das ZDF, die Deutschen und das Web

zdf_deutsch

Die Öffentlich-Rechtlichen lösen regelmäßig bei der privaten Presse Angst aus, wenn es um den Journalismus im Internet geht. Die Staatlichen spielen nicht fair, heißt es. Wegen der Steuergelder, die sie erhalten. Die Privaten fürchten, an den Rand gedrängt zu werden.

In dem neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag gibt es einen Kompromiss: Die Öffentlich-Rechtlichen dürfen soviel Geld ins Internet stecken wie sie wollen, aber nicht für jedes Thema. Fernsehsendungen in der der Mediathek dürfen nur ein paar Tage im Netz stehen - außer sie haben kulturhistorische Bedeutung.

Ein Beispiel für so etwas gibt es nun mit der ZDF-Geschichtsserie "Die Deutschen". In zehn Folgen von König Otto I. bis zu Kaiser Wilhelm II. skizziert der Sender Wurzeln und Entstehung des deutschen Volkes. Claudius Seidl von der FAZ kritisiert zwar, dass dadurch die Bedeutung derjenigen deutschen Gruppen, die sich nicht auf urdeutsche Vorfahren berufen können, verschwiegen wird, das ist aber eine andere Geschichte.

Wirklich eindrucksvoll hingegen ist, wie das ZDF die Serie im Internet präsentiert. Die multimediale Vielfalt überwältigt, die grafische Umsetzung setzt Akzente. Alleine die Navigation ist wegweisend - zumindest im Verhältnis zum gängigen Alltag im deutschen Internet-Journalismus. Der hat nämlich seinen Namen nach wir vor kaum verdient. Auf den großen Nachrichtenseiten im herrscht immer noch der blanke Copy-and-Paste-Wahn von nachrichtlichen Texten. Eine derartige Grundversorgung ist zwar wichtig, allerdings fängt der Journalismus dort erst an und hört dort nicht auf - wie momentan weitgehend üblich.

Wie dem auch sei, das ZDF belegt auf ganzer Stärke, was das Medium Internet leisten kann - vor allem, wenn es nicht um schnelle Klicks und reine Kosten-Ertrags-Rechnungen geht. Dafür verdient der Sender Lob.



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