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Schadenfreude über Berlusconi-Angriff

Der italienische Premier Silvio Berlusconi wurde am Sonntagabend nach einer Veranstaltung seiner Partei, Popolo della Libertà, auf dem Mailänder Domplatz von einem psyisch kranken Mann angegriffen. Er schleuderte ihm eine Miniatur des Doms ins Gesicht. Die Oberlippe des 73-Jährigen Premiers wurde gespalten, zwei Zähne sind gesplittert und die Nasenscheidewand ist gerissen.

Wenn ein Regierungschef angegriffen wird, ruft das in der Regel Bestürzung hevor. In Italien scheinen sich große Teile der Bevölkerung über die Tat zu freuen. Alleine eine einzige Facebook-Gruppe namens "Statuetta in miniatura del Duomo di Milano" wuchs in weniger als 48 Stunden auf bereits mehr als 18.000 Mitglieder an.

Man kann das so verstehen, dass die akademische Jugend in Italien weitgehend über Berlusconis Politik und seine Skandale empört ist. Dass sie sich machlos fühlt. Man kann das als äußerst schlechtes Zeichen für den Premier sehen. Man kann die offene Schadenfreude über den Gewaltakt aber auch als Verachtung und Geringschätzung für das Amt des Premiers sehen - und damit für die Demokratie in Italien.
Barbarina - 2009-12-15 19:44

Als Teil der italienischen akademischen Jugend empfinde ich auch Schadenfreude. Es ist bestimmt keine schöne Tat, um eine Meinung zu äußern aber in diesem Fall, also in Italien mit Berlusconi kann man mit Worten nicht sehr weit kommen. Jetzt predigt die Rechte gegen die Gewalt usw. na ja, nachdem sie vorgeschlagen haben, auf die Migranten-Boote aus Afrika zu schiessen oder die Zigeuner-Felder zu verbrennen. Ich stimme zu, dass, "wenn ein Regierungschef angegriffen wird, ruft das in der Regel Bestürzung hevor". Das wäre die Regel in einem demokratischen Land. Aber in einem demokratischen Land würde ein Vorbestrafter nicht regieren oder im Parlament sitzen.
Ah, und noch eins: Auf Facebook gab es eine Gruppe für Internet-Autkionen mit zahlreichen Mitgliedern. Nach dem Angriff auf Berlusconi hat die Gruppe plötzlich den Namen in etwas wie "Wir sind mit Berlusconi" geändert, sodass Menschen, die einfach Internet-Autkionen toll finden, sich in einer pro-Berlusconi Gruppe wiedergefunden haben.
ratatosk - 2009-12-20 09:58

auf der einen seite kann ich diese schadenfreude nachvollziehen. schließlich hat der mann eine menge mist gebaut. auf der anderen seite ist er ein alter mann und ich verurteile einfach den fakt, einen 73 jährigen in einem solchen maß anzugreifen und zu verletzten

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