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Fall Westerwelle: Politiker müssen nicht perfekt englisch sprechen

Westerwelle wird belächelt, weil sein englisch nicht perfekt ist. Die SZ verweist heute in einer Meldung auf zwei YouTube-Videos. So hat auf einer Pressekonferenz ein Journalist der BBC Westerwelle eine Frage auf englisch gestellt und bat auch um eine Antwort auf englisch. Westerwelle ging, wie ich finde zurecht, nicht darauf ein. "Wir sind in Deutschland hier", sagte er. Wieso spricht ein Berlin-Korrespondent der BBC, der er vermutlich war, kein deutsch?

Ein anderer Clip zeigt wieder eine Pressekonferenz, auf der er eine Frage auf englisch beantwortet. Er schafft es, muss aber lange nach Worten suchen.

Aber mal ehrlich: Warum muss ein Politiker in Deutschland fragen auf englisch beantworten, ja überhaupt verstehen? Wer bitte schön versteht deutsch in England oder den Staaten? Sicher, englisch ist Weltsprache, aber von einem Politiker erwarte ich, dass er kompetent in politischen Dingen ist, nicht, dass er mehrere Sprachen fließend spricht. Und ist es nicht auch verdammt schön, dass in diesen Zeiten, in denen panische Bildungsbüger-Eltern ihre Kinder schon mit ein, zwei Jahren englisch, russisch und chinesisch beibringen, selbst der Außenminister kein Englisch-Genie ist? Man kann es noch in die höchsten Staatsämter schaffen, auch, wenn man sich nicht dem globalen Bildungsdiktat unterworfen hat, manche würden sagen, obwohl man Schwächen hat. Ich hoffe, dass das noch lange so bleibt.
Pisaei - 2009-10-04 12:56

jaaaa aber der kerl will ja kein zwischen buxdehude und filz-biebarth herumgurkender innenminister werden, sondern außenminister. und in dem fall muss er unter anderem auch in englischsprachige länder. dann sind ein paar brocken mehr englisch echt von vorteil. find es
peinlich, was sich westerwelle geleistet hat. aber find den generell peinlich. von daher.
QuiBono - 2009-10-06 18:02

Ich würde sogar noch weiter gehen:

Es hätte etwas unprofessionell gewirkt, wenn er versucht hätte, die Frage auf Englisch zu beantworten, denn in seiner Position sollte er alles delegieren, was nicht zu seinen unmittelbaren Aufgaben gehört, auch das Übersetzen. Peinlich war die Szene nur, weil er die Bitte des Journalisten erst schnippisch abgelehnt hat, um dann noch eine umständliche Erklärung hinterherzuschieben. Es weiß doch ohnehin jeder, dass er nicht besonders gut Englisch kann, warum also steht er nicht dazu.
Raine - 2009-10-06 20:02

Ich find es schwierig...zum einen kann ich ihn verstehen. Warum muss ein deutscher Minister in Deutschland Fragen auf Englisch beantworten, nur weil man erwartet, dass jeder Englisch kann? Ein englischer Politiker muss ja auch keine Fragen auf Deutsch beantworten, nur weil ihm ein deutscher Reporter ein Mikro unter die Nase hält.
Zum anderen find ichs peinlich, weil gerade er sich für den Posten als Außenminister beworben hat. Gerade er sollte souverän mit ausländischen Medien umgehen können.

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