Der sanfte Bukowski
Clemens Meyer hat den Preis der Leipziger Buchmesse (Belletristik) gewonnen. Mann, hab ich mich gefreut. Und wie könnte man sich nicht freuen über einen Menschen, der so ehrlich jubelt (Bild)?Bin vor ein, zwei Wochen auf ihn gestoßen (kurz bevor er überall in den Feuilletons auftauchte) und habe mir sein neues, zweites Buch "Die Nacht, die Lichter" zum Geburtstag gewünscht.
Die FAZ nannte ihn "Den Zauberer von Leipzig-Ost". Und ja, er ist ein Zauberer. Ein sanfter Bukowski. Den Preis hat wirklich verdient. Und obendrein haben mir seine Geschichten Mut gemacht, mehr zu meinem eigenen literarischen Stil zu stehen. Alles gute Mann!
PS: Hier eine kleine Leseprobe aus seiner Geschichte: Der kleine Tod:
"Mach's gut", sagt sie und nimmt ihre Tasche vom Bett. Ich nicke, und sie geht. Ich höre sie auf dem Wohnungsflur, ich habe dort kein Licht, und sie braucht eine Weile, bis sie die Tür findet. Ich drehe mich an die Wand, aber sie macht die Wohnungstür ganz vorsichtig zu. Das gehen, der Abschied, die Hand, die an der Schulter und am Arm ins Leere gleitet, das Liegenbleiben. Und die Träume, der kleine Tod. Nein der Tod ist später, wenn du allein bist und niemand mehr kommt.
PPS: Hier noch ein klasse Interview mit ihm. Das hervorragende Spiegel-Portrait über ihn (aktuelle Ausgabe) kann man leider nicht online lesen. Aber wer sehen möchte, wie lässig durch der Gute ist, kann bei Youtube schauen, wie Meyer ne Theologen-Party aufmischt und seine sakralen Tätowierungen zeigt.
Nachtrag: Bei MDR kann man sich ein Interview mit Meyer anhören. Sehr lässig.
7an - 2008-03-13 23:51






Aber das Jubelbild ist lustig. "Coole" Preisträger sind doch langweilig. :-)