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Mittwoch, 17. März 2010

Anti-PR einer PR-Agentur

Die Frankfurter Agentur WBCO Public Relations & Business Communications sucht dynamische Media Manager. Zum Aufgabengebiet gehört unter anderem das "Erstellen von journalistischen Texten" sowie ihre "Platzierung".

Irgendwie wie arm, dass PR-Agenturen sich immer selbst diskreditieren müssen. Es ist und bleibt unseriös PR-Artikel in der Presse unterzubringen, die nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Und sowieso sind die Leser ja auch nicht blöd. Am Ende nehmen alle Schaden: die Agentur, die Zeitung und der Leser in seinem Vertrauen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Recherchereise in der Toskana

Zeitenspiegel-Reportageschüler im Gespräch  mit dem italienischen taz-Korrespondenten Michael Braun. 30 Grad unter blauem Himmel war es in Italien. 15 Grad und Regen in Deutschland. Auch, wenn die italienische Hitze manchem am Ende zu schaffen machte, so sehnte sich doch niemand nach der Kälte hinter den Alpen. Am wenigsten unser VW-Bus. Auf einer schweizer Autobahn gab er auf. Platten.

Eine Woche waren meine Mitschüler der Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl und ich im Juni in der Toskana unterwegs gewesen. Recherchereise für unser erstes großes Projekt. Ein eigenes Reportagemagazin.

Mit dem Deutsch-Italienischen-Stammtisch beim Abendessen im Bergdorf Castagno.Meine Geschichte "Depot der vergessenen Dampfrösser", eine Reportage über eine der ersten Gebirgseisenbahnen Europas, wurde nun auch auf Spiegel Online veröffentlicht. Mehr zu dem Heft auf reporterreisen.com oder bei Amazon.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Schadenfreude über Berlusconi-Angriff

Der italienische Premier Silvio Berlusconi wurde am Sonntagabend nach einer Veranstaltung seiner Partei, Popolo della Libertà, auf dem Mailänder Domplatz von einem psyisch kranken Mann angegriffen. Er schleuderte ihm eine Miniatur des Doms ins Gesicht. Die Oberlippe des 73-Jährigen Premiers wurde gespalten, zwei Zähne sind gesplittert und die Nasenscheidewand ist gerissen.

Wenn ein Regierungschef angegriffen wird, ruft das in der Regel Bestürzung hevor. In Italien scheinen sich große Teile der Bevölkerung über die Tat zu freuen. Alleine eine einzige Facebook-Gruppe namens "Statuetta in miniatura del Duomo di Milano" wuchs in weniger als 48 Stunden auf bereits mehr als 18.000 Mitglieder an.

Man kann das so verstehen, dass die akademische Jugend in Italien weitgehend über Berlusconis Politik und seine Skandale empört ist. Dass sie sich machlos fühlt. Man kann das als äußerst schlechtes Zeichen für den Premier sehen. Man kann die offene Schadenfreude über den Gewaltakt aber auch als Verachtung und Geringschätzung für das Amt des Premiers sehen - und damit für die Demokratie in Italien.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Mad Men: Schön aber langweilig



Habe eben ein paar Minuten in die Serie "Mad Men" reingeschaut. Erster Gedanke: "Was für eine coole Optik! So müssen die 60er in Amerika ausgesehen haben." Auch die gesellschaftliche Atmosphäre dieser Zeit kommt gut rüber - zum Beispiel die Geringschätzung von Frauen und wie sich sogar selber geringschätzen. Aber dann passiert nichts. Keine Story. Nur schöne Optik. Die Washtington Post schreibt sehr treffend: "Die Handlung ist trocken, eintönig und zusammenhangslos." Schade.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Unterschichten-Fernsehen

Das Unterschichten-Fernsehen zerlöchtert den Anspruch der Medien wie Holzwürmer einen Dachstuhl. Irgendwann kracht er runter und begräbt die Menschen unter sich.

Donnerstag, 26. November 2009

Das Ende der Einzigartigkeit

Der große Trend in der Verlagswelt heißt Sydication, Artikelaustausch unter Zeitungen, die zum selben Verlag gehören. Das ist jedoch Kinderkram im Vergleich zum noch größeren Trend: Ressortzusammenlegungen.

Es lässt sich viel Geld sparen, wenn das Ressort einer Zeitung die entsprechenden Ressort-Seiten aller Zeitungen des Verlages produziert. Es mag sogar sein, dass durch die größere Vielfalt an Autoren und Texten die Qualität gesteigert werden kann. Aber leider verlieren dadurch auch alle Blätter einen Teil ihrer Identität.

Als Leser entscheide ich mich für eine bestimmte Zeitung, weil mir die Sprache gewisser Autoren gefällt, weil ich die Themenauswahl und Heransgehensweise der Redakteure mag. Wenn sich das nun vermischt mit dem Stil von Journalisten anderer Zeitungen, so schwindet die Identifikation, die man als Leser mit einer Zeitung hat. Es schwindet genau das, wofür man Geld ausgibt.

Freitag, 20. November 2009

Journalisten müssen lesen

Wer ein guter Journalist werden oder bleiben will, sollte mehr Geld für Presse-Lektüre ausgeben als für Bier.

Sonntag, 8. November 2009

Es braucht Menschen wie Lahm

In unser heutigen Zeit, ist alles reglementiert. Frei nach seinem Mund kann man immer weniger reden. Jeder ist nur darauf bedacht, nichts falsches zu sagen, sich keinen Ärger einzuhandeln. Auch im Journalismus bringt das Probleme mit sich. Vor ein paar Monaten habe ich zum Beispiel einmal einen Bahnschrankenwärter besucht, über den ich ein Portrait schreiben wollte. Ein einfacher Schrankenwärter. Um mit diesem Menschen sprechen zu dürfen, musste ich mir die Erlaubnis der Presseabteilung in der Bahn-Konzernzentrale in Berlin holen. Alleine gehen durfte ich dann aber immer noch nicht. Ein Presssprecher aus Stuttgart war die ganze Zeit bei dem Termin dabei. Der arme Schrankenwärter war verständlicherweise etwas eingeschüchtert und sagte kaum etwas. Den Artikel konnte ich dann vergessen.

Umso mehr freut es mich nun, dass Philipp Lahm jemand ist, der den Mut hat, Unbequemes anzusprechen. Man kann darüber streiten, wie offen jemand seine Vorgesetzten kritisieren darf. Und Lahm treibt es ziemlich weit. Aber mein Gott, er beleidigt doch niemanden. Er sagt einfach mal, was jedem einleuchtet. Und dafür bekommt er nun ein richtig dickes Bußgeld vom Verein aufgedrückt. Ich hoffe, dass Lahm sich davon nicht allzu sehr beeindrucken lässt.

Freitag, 23. Oktober 2009

Print ist angehaltene Zeit

Das Internet ist ein ewiger Fluss. Ein Print-Produkt aber ist für einen Moment angehaltene Zeit. Und ab und zu sollte jeder mal anhalten, um den Überblick zu behalten.

"Geo"-Chef" Peter Matthias Gaede im Meedia-Interview

Sonntag, 18. Oktober 2009

Lenz: Wer leise redet, wird gehört

Wenn Siegried Lenz auf sich aufmerksam macht, dann tut er das mit einem Buch. Das ist für Schriftsteller ja nicht mehr selbstverständlich. Doch ein Mann, der diesem Land mehr als eine Deutschstunde gegeben hat, braucht den Lärm der Literaturbetriebe nicht. Auch dafür wird er geliebt.
Tolle Seite-3-Reportage in der SZ am Samstag.

Thalia versklavt die Buchverlage

Thalia versklavt die Buchverlage. Oder wie die SZ schreibt: "Welche Literatur in den Ladenregalen steht und beworben wird, das liegt immer seltener in der Hand der Verlage. Die Buchwelt klagt zwar stets über das Internet. Doch inzwischen ist klar, dass es zur Zerstörung einer ganzen Branche keiner neuen Medien bedarf: Große Ketten wie Thalia besorgen das auf ihre Weise."



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so wie du es beschreibst,...
so wie du es beschreibst, sollte es sein. und wenn...
7an - 2010-03-18 21:04
Ach ja, "Platzieren"...
Ach ja, "Platzieren" heißt in der PR nicht "Schalten"...
Pinkcat - 2010-03-18 12:06
Sorry Jan, ich muss mal...
Sorry Jan, ich muss mal wieder einen Einspruch schreiben. Also...
Pinkcat - 2010-03-18 11:52

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