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blogheaderr

der journalismus

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Die absurden Mitgliedsbeiträge des Deutschen Journalisten-Verbandes

Alle paar Jahre, wenn ich die Höhe der Beiträge vergessen habe, denke ich mir, ich könnte ja eigentlich mal Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband (djv) werden. Dann aber erfahre ich, dass die Mitgliedschaft zumindest 27 Euro kostet. Super, denke ich mir, das ist ein fairer Jahressatz. Es sind aber 27 Euro im Monat. Selbst Studenten sollen noch zwölf Euro im Monat zahlen. Wer das kann und will, ist mir schleierhaft.

Der djv hat zwar einiges zu bieten, aber was davon benötigt man wirklich? Einen Presseausweis kann man auch über eine Zeitung, für die man schreibt, bekommen. Das Verbands-Magazin "journalist" lässt sich einzeln (zwölf Euro das Heft!) oder im Abo bestellen. Und juristische Hilfe etc. braucht man ja auch nicht wirklich alle Tage.

Vielleicht verlangt der djv soviel, weil er glaubt, Journalisten würden soviel verdienen wie der Verband fordert. In dem Dokument "Übersicht über Honorare Internet 2009" steht zum Beispiel, dass ein freiberuflicher Online-Redakteur zwischen 250 und 500 Euro pro Tag verdient (vor Steuern) Für einen kurzen Artikel, der im Internet erscheint, soll es zwischen 120 und 400 Euro geben. Als angemessenes Honorar pro geschriebenem Zeichen empfiehlt der djv 12 Cent.

Meine Herren. Wo leben die Verantwortlichen des djv eigentlich? 500 Euro Honorar pro Tag? 400 Euro für einen eher kurzen Artikel? Schön wäre das. Dann bräuchte ich nicht einmal eine Woche pro Monat zu arbeiten, um wie ein König zu leben. Zur Not würden auch mal drei Tage reichen.

Die Tagessätze, die ich kenne sehen anders aus. Als junger freiberuflicher Online-Redakteur kann man so zwischen 100 und 170 Euro pro Tag erwarten. Für einen Artikel wird selbst im Print so zwischen 50 Cent und einem Euro pro Zeile bezahlt. Bei den überregionalen Zeitungen. Im Schnitt rechne ich mit 70 Euro für einen Artikel. Größere Artikel, Reportagen etc. können auch ein paar Hundert Euro einbringen, dafür benötigt man aber schnell mehrere Tage bis vielleicht sogar mehrere Wochen für die Recherche. Und zuletzt zu den 12 Cent pro Zeichen. Die Wochenzeitungsredaktion, für die ich zuletzt geschrieben habe, zahlt 1,3 Cent pro Zeichen. Das sind dann rund 40 Euro für eine A4-Seite Text. Von dem Einkommen muss man noch Steuern, Krankenkassenbeiträge, Rentenbeiträge, die private Altersvorsorge und natürlich das übliche wie Versicherungen, Telefon, Strom und Miete bezahlen.

Man kann also als freier Journalist mehr schlecht als recht überleben. Wenn man als freier Redakteur arbeitet, kommt man relativ gut über die Runden, aber selbst dann kann man eigentlich nicht mehrere Hundert Euro für Altervorsoge etc. beiseite legen.

Knapp 30 Euro, die der djv verlangt, entsprechen also bei einem reinen freien Autoren schnell dem Betrag, den er im Schnitt pro Tag verdient. Oder anders gesagt: Zehn Prozent von dem Geld, das ihm zum Leben bleibt.

Natürlich werden manche freien Journalisten auch besser bezahlt, wie es zum Beispiel die neue djv-Studie nahelegt, aber realer ist wohl eher das Schicksal einer Journalistin wie es die "Zeit" beschrieben hat (Schreiben macht arm).

Ich würde mal sagen, mehr als fünf Euro dürfte die djv-Mitgliedschaft nicht kosten. Für Auszubildende, Studenten etc. die Hälfte. Reporter ohne Grenzen und Netzwerk Recherche machen es vor und verlangen 60 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. Besondere Leistungen - wie auch das Magazin "journalist" - könnte der djv extra in Rechnung stellen, wenn er es ansonsten nicht finanzieren kann.

Mittwoch, 8. April 2009

Hunter S. Thompson hat mir falsche Vorstellungen vom Journalismus vermittelt

hunterZeitungsseiten im Akkord füllen, Content managen bis man umkippt, für ein Taschengeld Artikel verkaufen. Es gibt wohl angenehmere Berufe als den des Journalisten. Dabei könnte doch alles so schön sein:

Den ganzen Tag in einer karibischen Bar abhängen, Bier trinken, Burger essen und ab und an mal ein Interview am Abend führen. Sonstige Highlights: Karneval und mit adretten Schönheiten baden gehen. Hunter S. Thompsons Bild vom Journalismus ist zweifelsohne das angenehmste. Niedergeschrieben in seinem ersten Roman, "The Rum Diary". Meine studiVZ-Gruppe für alle ernüchterten, aber dennoch leideschaftlichen Journalisten. You're welcome!

Foto: Wikipedia, CC

Mittwoch, 23. Juli 2008

Journalist sein

Journalismus ist vor allem das, was man nicht tun muss. Gar nicht so selten gehört sogar das Schreiben dazu.

Dienstag, 22. April 2008

Der eigentliche Journalismus

Journalismus, das ist eigentlich vor allem das, was man vor dem unmittelbaren Schreiben macht. Post lesen und beantworten, Kaffee trinken, sich über die Nachbarn wundern, Gewinnspiele ausfüllen, nachdenken, was zum Teufel man aufschreiben soll, neuen Kaffee kochen, überlegen, mit wem man am Abend einen trinken gehen möchte, abwaschen, chatten, telefonieren, die Vögel vor dem Fenster beobachten, in die Luft schauen.

Montag, 3. März 2008

Tote vs. News

Selbstmordanschläge, Ausschreitungen, Anschläge. Die Leute bringen sich schneller um, als dass ich die Meldungen verarbeiten kann.

Donnerstag, 30. März 2006

Schülerzeitung

Aus meinem Grundschulzeugnis. Schuljahr 1990/91, Klasse 4b.


Jan hat [...] mit Eifer an der AG Schülerzeitung teilgenommen.


Wie cool. Das hatte ich ja völlig vergessen.



Neuester Kommentar

auf der einen seite kann...
auf der einen seite kann ich diese schadenfreude nachvollziehen....
ratatosk - 2009-12-20 09:58
Als Teil der italienischen...
Als Teil der italienischen akademischen Jugend empfinde...
Barbarina - 2009-12-15 19:44
danke
danke
7an - 2009-12-11 15:03

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