Ich schreibe gerade meine erste Rede. Ich werde sie morgen, nein, nachher vor meinen Kommilitonen und den Gästen bei der Diplomverleihung halten. Ich find's cool.
Ich war heute beim Online-Journalismus-Tag 2007, einer Tagung meines Studienganges. Thema war "Junge Zielgruppen im Netz". Vor allem der zweite Teil über Teens und Twens war interessant. Auch, der Gäste wegen. So waren unter anderem die Leiter von neon.de, spiesser.de und Focus Campus da. Letzteres ist übrigens ein pdf-Magazin zum downloaden. Strange, oder? Wahrscheinlich kannte ich es deshalb nicht. Allerdings sehen die Ausgaben - man kann sich alle bisherigen Ausgaben runterladen - spannend aus.
Im Übrigen wurden auf der Tagung die Diplomarbeiten meines Studienganges vorgestellt - per Poster. Leider habe ich es - neben dem Druck - nur als Grafik und nicht als pdf.
Als kleinen Spaß hat sich jemand aus meinem Semester ausgedacht, dass sich jeder einen Song aussuchen sollte, der ein paar Sekunden angespielt wird, wenn man sein Diplom bei der Feier kommenden Donnerstag überreicht bekommt. Ich habe mich für Bob Dylan mit "The Times they are a-changin" entschieden.
Heute Kolloquium gehabt. Habe mein Diplom im wahrsten Sinne des Wortes verteidigt - und durch meine selbstkritische und anscheinend geschickte Argumentation meine Diplomnote tatsächlich noch leicht verbessern können. Ergebnis: 1,7.
Jetzt kommt nur noch die Mündliche Abschlussprüfung am 10. Juli. Aus dieser Note, den Noten der wichtigsten Kurse des Hauptstudiums sowie der Note des Diploms wird dann die Endnote ermittelt.
Hach meine armen Nachbarn. Wer soll sie denn jetzt unterhalten? Kein nächtelanges Unruhestiften mehr im Haus, kein lautstarkes Fluchen morgens um vier, kein Bücher in die Ecke werfen. Sie werden sich doch schon so dran gewöhnt haben, die Lieben.
Ich will ja nichts sagen, aber wenn man nicht geübt ist im Literaturverzeichnis erstellen (wir werden in meinem Studiengang schließlich nicht zu Wissenschaftlern ausgebildet), kann das ganz schön knifflig werden, oder besser: viel Zeit kosten. Das könnte richtig richtig eng werden. Es ist unglaublich, wie lange es dauert, die Quellen teilweise noch mal rauszusuchen, wenn man aus Unerfahrenheit geschlampt hat.
Die letzte Nacht vor Abgabe des Diploms hat begonnen. Wenige Sterne am Firmament. Eine warme Brise wildert durch die Dunkelheit und der Mond liegt im Schatten. Mitternacht steht bevor. Die Uhr tickt. Jetzt müssen die letzten Arbeiten beendet werden. Es wird kein Erbarmen geben. Die Frist ist ultimativ. Es ist ruhig. Fast scheint es, als wage nicht einmal der Wind, auf sich aufmerksam zu machen. Es weht sogar schon der Geruch des Festes umher, eine Ahnung von Ausgelassenheit. Doch zuerst muss diese Nacht überlebt werden.
Nachtrag: Wenn ich schon früher fertig gewesen wäre und abgegeben hätte, wäre jetzt dieses Kribbeln nicht. Wie könnt ihr nur darauf verzichten, Kinder?
"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald