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Fernsehrekorder im Internet

Fernsehen im Internet ist schwer im kommen. Seien es Streaming-Portale, auf denen man sich halblegal neueste Serien und Kinofilme anschauen kann, seien es ähnliche Bezahlportale oder seien es TV-Rekorder. Mit einer der bekanntesten und ersten dürfte onlineTVrecorder.com (otv) sein - eine spartanisches Seite, auf der man kostenfrei fast jede Sendung im Fernsehen aufnehmen und als Video-Datei herunterladen kann. Das heißt: decodieren muss man sie auch noch, per Knopfdruck. Einziges wirkliches Manko: Es kann passieren, dass Bild und Ton nicht synchron sind, ergo die Aufnahme unbrauchbar.

Neulich habe ich jedoch einen Arte-Film bei otv nicht finden können. Mit Arte hat otv anscheinend Schwierigkeiten. Ich habe dann ein anderes Portal gesucht und fand save.tv. Es macht einen sehr guten Eindruck. Leicht zu bedienen und man kann die Aufnahmen sogar streamen und muss sie nicht einmal runterladen.

Ich habe jetzt vier Aufnahmen mit save.tv gemacht, aber nur die erste gesehen. Eine ZDF-History-Sendung über Manfred von Richthofen. Leider zeigt sich gleich hier die volle Schwäche von save.tv. Ständig hakt das Video. Es fehlen schlicht laufend Stellen. Natürlich genau die wichtigsten. Es ist kein Gelegenheitsfehler. Fast jede Minute stottern Bild und Ton für ein paar Sekunden nach vorne. Qualität ist etwas anderes.

Obendrein muss man für save.tv auch noch bezahlen. Das heißt: Wenn man sich anmeldet, wird nach zwei Wochen der kostenlose Account in einen Jahresvertrag umgewandelt - automatisch. Den Zeitraum von zwei Wochen kann man nicht einmal wirklich nachlesen. Ich musste es erst per Mail nachfragen. Ich glaube, nur in der Anmeldung wurde er kurz erwähnt.

Dabei kann man sich den kostenpflichtigen Account sparen. Kostenlos geht es angeblich auch, man muss dann bloß die Aufnahmezeit per Hand einstellen. Passt man aber nicht auf, zahlt man für ein Jahr - fünf Euro jeden Monat. Und die kostenlose Option ist noch nicht einmal ersichtlich. Es wird der Eindruck erweckt, das Angebot sei nur gegen Geld zu nutzen.

Gar nicht erwähnt habe ich die Jugendschutz-Maßnahmen. Möchte man Sendungen zwischen 20 und 6 Uhr aufzeichnen, so muss man die Nummer seines Personalausweises und die Postleizahl der Behörde, die ihn ausgestellt hat, eingeben. Ich habe bei der Eingabe eine Zahl absichtlich falsch eingegeben, da ich meine Daten nur ungern preisgeben wollte - es funktionierte aber nicht. Erst als ich die Daten komplett richtig eingab, konnte ich die Jugendschutzfunktion abschalten. Was für eine technische Routine da aufpasst, ist mir schleierhaft.

Fazit: Die Online-Tv-Rekorder werden als Teil des Internet-Fernsehens nicht wegzudenken sein. Die derzeitigen Angebote befinden sich jedoch bestenfalls in einer Testphase. Eine ernsthafte und garantiert fehlerfreie Nutzung ist noch nicht möglich.

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Gut analysiert. Nur bei...
Gut analysiert. Nur bei der politischen Ausrichtung...
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Otto Hildebrandt (Gast) - 2013-10-10 14:08

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