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journalismus-ausbildung

Freitag, 20. November 2009

Journalisten müssen lesen

Wer ein guter Journalist werden oder bleiben will, sollte mehr Geld für Presse-Lektüre ausgeben als für Bier.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Reportage schreiben

Vor der VHS in Reutlingen

Vor einem Café sitzen und die Ereignisse der Toskana-Reise aus dem Blog holen. Überlegen, welche Szenen man für die Reportage braucht. Wie will sie komponiert sein? Es ist ein langsamer, tagelanger Weg bis zur fertigen Geschichte. Aber was könnte schöner sein?

Samstag, 18. April 2009

Ein neues Kapitel



Noch einmal schaute ich mich um. Sah die weißen Säulen mit den Flachbildfernsehern, auf denen Nachrichten liefen. Sah das "Nachrichten-Rad", an dem die Blattmacher über die Ausgabe vom nächsten Tag entscheiden. Dann drehte ich mich um und ließ zwei Jahre Arbeit hinter.

Nach dem Studium war es schwer gewesen. Plötzlich kein Student mehr. Arbeiten. Pendeln. Wenig Freizeit. Wie lange soll das jetzt so gehen, fragte ich mich. Dann, ein halbes Jahr später genoss ich es, morgens mit Zeitung und Kaffee in den Regionalzug einzusteigen. Hektisches Durcheinander am Frankfurter Hauptbahnhof. Aktentaschen und Anzüge. Gebraucht zu werden. Eine Aufgabe zu haben. Sich bewähren zu können.

Trotzdem: Der Stress war enorm, die Abwechslung nicht nennenswert. Aber vielleicht auch gar nicht so erwünscht. Erstaunlich, wie schnell man zufrieden ist mit seiner kleinen Welt. Und auch, wenn ich nebenher endlich gescheite Artikel für die Zeitung schreiben konnte, mich endlich auch dort durchsetzen konnte, war klar, dass noch etwas Neues kommen musste. Nicht nur eine andere Redaktion, sondern etwas wahrhaftig Neues.

Nun wohne ich seit zwei Wochen in Reutlingen und besuche die Zeitenspiegel-Reportageschule. Es ist wieder wie in der Uni. Wie im Journalismus-Seminar. Aber doch ist nichts mehr wie früher.

Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Schule arbeitsintensiver ist oder dass ich jedes zweite Wochenende durcharbeiten muss, um das Nötigste zu verdienen. Es liegt daran, dass ich älter bin.

Mit Anfang 20 drängt man hinaus in die Welt, möchte endlich etwas erleben, raus aus dem Elternhaus. Endlich Student sein, eine neue Stadt, was für ein Leben. Aber diese Zeit kommt nicht wieder. Sie ist einmalig. Und wer Jahre später erst oder noch einmal studiert, muss zwangsweise nostalgisch werden. Die Uhr hat sich schon weitergedreht. Das Leben wird komplizierter. Auf einmal denkt man nicht mehr ausschließlich an den nächsten Barbesuch oder die schönsten Fernsehserien, sondern daran, dass man bald 30 (oder noch älter) wird. Man denkt daran, dass man vielleicht in drei, vier Jahren schon Kinder haben wird. Man denkt daran, dass man noch nie im Ausland studiert hat. Man denkt daran, dass man auch noch reisen möchte, weil man es sein ganzes Leben nicht geschafft hat, nicht bereit war oder kein Geld dafür hatte. Und einem wird bewusst, dass plötzlich nicht mehr die ganze Zukunft vor einem liegt. Vielleicht möchte man noch einen Master machen oder promovieren. Man merkt, dass die Zeit für all diese Sachen eng wird.

Komisch, wo man doch eigentlich noch fast sein ganzes Leben vor sich hat. Aber irgendwann muss man mehr Verantwortung tragen. Und sei es nur über sich allein.

Aber Schluss mit der vorauseilenden Nostalgie! Ich bin hier, ich habe den nächsten Schritt gemacht, habe die Seite umgeblättert, meine Heimat aufgegeben. Darmstadt war schön, aber stand beinahe komplett still. Man kann sein Glück nicht festhalten, man muss ihm folgen.

Reutlingen also. Hübsche Stadt. Idyllisch, wenn auch provinziell. Der Geist wohnt nebenan in Tübingen. Tolle Wohnung zusammen mit meiner Freundin. Guter Unterricht in der Schule. Alle Dozenten sind Praktiker, alle noch aktive Schreiber. Es ist eben eine Journalistenschule. Da sitzen keine Dozenten, sondern Journalisten, Reporter. Schulgründer Philipp Mausshardt alleine schon. Alle halbe Stunde klingelt sein Handy. Redaktionen rufen an. Schnell kann es da heißen: Wir brauchen Dich und zwei Deiner Schüler. Ebenfalls jeden Tag: eine Stunde Konferenz. Was für Themen gibt es? Welches gibt genug her?

Wir schreiben jeden Tag. Strenge Textkritik. Vor allem bei der langjährigen Chefin der Nannen-Schule, Ingrid Kolb. Zu unserer Begrüßung und der Verabschiedung der Absolventen reiste GEO-Chef Peter-Matthias Gaede an. Was für eine Rede! Hätte sie aufnehmen sollen. Im Juni dann eine Woche Toskana. Reportagereise. Im Sommer Praktikum. Danach drei Monate Reportagen schreiben (hier die genauen Inhalte im PDF).

Am Ende wird ein eigenes Magazin stehen, aus dem viele, wenn nicht alle Texte ihren Weg in eine Zeitung oder Magazin finden werden. Aber jetzt, jetzt bin ich hier, jetzt ist der Anfang.

PS: Ein paar Bilder meiner neuen Bude gibt es für Freunde im studivz.

Freitag, 22. Juni 2007

Mündliche Prüfung

Bücher für die mündliche Abschlussprüfung im Studiengang Online-Journalismus

Heißa, es kann wieder gelerrnt werden. Habe mir heute erstmal fünf vor zwölf fünf Minuten vor Schließung der Bibliothek Bücher geholt. Und zwar alle, die ich vielleicht irgendwie gebrauchen könnte. Habe mir ja meine zwei Themen, die ich Dienstag beim Kolloquium für die mündliche Abschluss-Prüfung einreichen muss, noch nicht genau überlegt. Wahrscheinlich nehme ich jeweils einen Aspekt von (investigativer) Recherche und einen von der Auslandsreportage. Ich freue mich wirklich gerade, dass ich einen Grund habe, solch spannende Themen zu lernen.

Das Buch Reise-Journalismus finde ich momentan am Interessantesten. Wobei ich hier mal nachdrücklich betonen möchte, dass dieses Metier kein Pussy-Journalismus ist, bei man mal ein bisschen in den Süden fliegt und ein paar Hotels testet.

GEO-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede erklärt in einem Interview in besagtem Buch zur Thematik:

Die Specials [von GEO, 7an] haben den Anspruch, als Reisemagazine mit einem journalistischen Impetus an ein Land, eine Region, eine Stadt heranzugehen. Auf den vorderen zwei Dritteln Geschichten für Menschen zu präsentieren, die sich gerne einen Reim auf Zusammenhänge machen möchten. Die also nicht einen Swimmingpool buchen, sondern das Land dahinter. Die wissen wollen, wie es am Ende des Strandes weitergeht. Die sich mit einem kosmopolitischen Hirn in eine fremde Kultur begeben und dann nicht nur die Sonne auf ihren Bauch scheinen lassen wollen. Das macht sicherlich kein anderes Reisemagazin, in einem Special über Russland eine Reportage über [ein] Gulag zu bringen, in einem Special über Südafrika eine Reportage aus den Vortort-Zügen von Seweto, in einem New-York-Heft eine Reportage aus einer Crack-Höhle.
Gaede sagt zwar, dass das "keine Reisereportagen im klassischen Sinne - zum 'Nachreisen' - [sind], aber Informationen für Menschen, die unter Reisen etwas mehr verstehen als auf dem Schoß des Reiseleiters zu sitzen". Und weiter erkärt er:

Es gibt wortgewaltige Menschen zuhauf, es gibt eloquente Menschen zuhaus, es gibt Essayisten und Kommentarschreiber zuhauf. Es gibt abr wenige Journalisten, die sich sozialen Erfahrungen wirklich aussetzen, die Reportagen wirklich als maximale Distanz zum Hotelbar-Journalismus und als maximale Distanz zum Telefon-Journalismus verstehen. Bei GEO verlangen wir, dass Leute sich Situationen aussetzen, sie durchleben, sie mitmachen.

PS: Das neue GEO-Heft hat ein super Cover (Zeitzeuge Fotograf) und enthält einen langen Text über die "Berufung: Reporter". Noch habe ich ihn nicht gelesen, aber ich bin gespannt.

Freitag, 25. Mai 2007

Web 2.0 und die Gesellschaft

Übrigens: Ein Kumpel und Kommilitone von mir betreibt speziell für sein Diplom - Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit - ein Weblog, in dem es um Social Software und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft geht. Wenn ihr mögt, könnt ihr ja mal einen Blick reinwerfen. Ihr erreicht das Blog auch über meine Linkliste.

Freitag, 16. März 2007

Semesterprojekte

Die Projekte aus dem letzten Semester meines Online-Journalismus- Studiums an der Hochschule Darmstadt sind online.


Projekt I: Hörbuch-Dossier

Für den Kultursender SWR2 haben wir ein Online-Dossier rund um das Phänomen Hörbuch produziert. Neben eingesprochenen Hörbuch-Rezensionen gibt unter anderem ein Interview mit Christian Brückner (der deutschen Stimme von Robert de Niro), ein Audio-Interview mit Detlef Bierstedt (deutsche Stimme von Geroge Clooney - mit Berliner Dialekt), eine Audio-Bildergalerie, die zeigt, wie eine Hörspielproduktion in einem Studio abläuft und einen Text, in dem eine blinde Frau beschreibt, wie sich Sonnenstrahlen auf der Nasenspitze anfühlen. Der Text wurde obendrein von einer professionellen Sprecherin eingesprochen.

Ich selber bin für meinen Beitrag nach Köln gereist und habe dort Oliver Steller besucht. Steller studierte Gitarre, Komposition und Gesang in den USA und war lange Jahre Meisterschüler von Lutz Görner, Deutschlands renommiertestem Rezitator. Mit Hilfe dieser Ausbildung schreibt Steller nun Programme, in denen er Rilke, Tucholsky, Hölderlin und viele andere große Literaten zum Leben erweckt - mit Instrumenten und viel Stimmgewalt. Ich konnte mich kürzlich in Frankfurt bei einem Liveauftritt selbst davon überzeugen, wie gekonnt der Künstler seine Zuschauer in sein Reich aus Musik und Poesie entführt.
Projekt II: Schülerzeitung für Hauptschüler

Im letzten Semester haben wir anstatt Schreibtraining zu bekommen, Schreibtraining gelehrt - und zwar Hauptschülern. Jeweils zu zweit sind wir über das Semester verteilt ins beschauliche Bad Urach in der Nähe von Stuttgart gefahren und haben dort Fünft- und Sechstklässlern eine Einführung in das journalistische Handwerk gegeben. Das Ziel der AG: die Kinder soweit zu bringen, dass sie ihre eigene Online-Schülerzeitung betreiben können. Die Aufgabe ist uns gelungen. Die Seite steht. Dank verdient somit auch Andreas Finger, der die Site mit Redaktionssystem aufgesetzt hat. Betreut wird die Seite vom Deutschlehrer; Titel, Ressortnamen und Inhalt wurden jedoch von den Schülern in eigener Leistung überlegt und erstellt. Mittlerweile haben sich sogar weitere Schüler gemeldet, die sich bei der Zeitung engagieren wollen.

Sonntag, 28. Januar 2007

Live-Ticker aus dem letzten Seminar

16:30: "Honi sei Dank. Es ist vorbei", seufzt unser Quoten-Ossi Micha. Der Kurs ist geschafft. Wir stoßen mit dem Dozenten an. Musik läuft. Das letzte Seminar des Studiums ist vorbei.

15:41: Die Russin, tschuldigung: Bela-Russin unseres Semesters, Semfira, hat mich abgelöst. Gut so. Ist wenigstens der Alkohol in Sicherheit. Beim Russen an sich muss man da immer aufpassen. Bei den Schwaben auch. Fabi schmeißt bereits Kronkorken vom Tisch. Vertragen eben nichts diese Süddeutschen.
Nach dem Rennen lesen wir alle unser Geschriebenes vor. Interessant, wie schnell wir uns den Ticker-Duktus angeeignet haben.

14:43: Der Frieden währte nicht lange. Schon mussten wir wieder an die Rechner, weiter tickern. Nach dem ersten Bier ging es viel besser. Jetzt weiß ich, warum die Sportjournalisten alle Alkoholiker sind.

14:01: Hier ein paar Bilder aus dem Kurs.

alex franz fabi
kurs









13:56: Der Pizzalieferant kommt. Zwei Flaschen Wein gibt's gratis. Aus meinem Kofferraum holen wir eine Kiste Becks. Wir könnten öfter Sportjournalismus machen.
Nachtrag: Dank geht natürlich an Tobi, der die Kiste Bier gesponsort hat.
Nachtrag 2: Jetzt behauptet Alex, er habe sich auch an der Kiste beteiligt. Bei seiner Sparsamkeit hat er wahrscheinlich nur eine Flasche bezahlt.

13:32: Habe den Start komplett verpasst. Für mich laufen alle durcheinander. Dann kommen die ersten Läufer am Schießstand an. Mir ist nicht klar, ob die grünen Kreise Fehler oder Treffer sind. Nach der ersten Runde stoppen wir das Video und machen eine Analyse. Habe sieben einzeilige Einträge. Dozent ist gnädig und bringt mich nicht um. Findet es sogar passabel. Franz der Franke hat vierzehn Einträge getickert. Ab sofort werde ich ihn "Roboter" nennen. Die Frauenrunde hat komplett versagt. Nagellack war noch nicht trocken. Alex hat eine neben der kompletten Dokumentation auch noch eine Biographie zu jedem Läufer geschrieben. Jetzt gibt's erst mal Pizza. Das Henkersmahl.

13:13: Bekamen gerade eine Biathlon-Startliste erklärt. Die sieht so aus: Liste (pdf). Au weia, jetzt müssen wir tickern, dabei kann ich doch nicht mal die Skier vom Gewehr unterscheiden.

12:07: Jetzt lässt Alex Kohne den Experten raushängen:

lautsprecher Audioauszug seiner Ansprache

11:47: Wir sitzen an Gruppentischen. Laptops aufgeklappt. Dozent Klein erzählt plötzlich etwas über Snooker. Alex neben mir erzählt von seinem Onkel aus Rumänien.


Der letzte Kurs meines Studiums hat begonnen. Sportjournalismus. Eben habe ich noch ein Referat über Parkour gehalten (mehr darüber auf dieser Site und hier eine Fernsehreportage über den Gründer dieser Bewegungskunst). Danach zeigte uns unser Dozent, was er bereits für multimediale Produktionen für ZDF.de gemacht hat. Darunter diese Site über Doping. Jetzt aber werden wir uns den Rest des Tages mit der Kunst des Tickerns beschäftigen. Dem Tickern von Biathlon. Um warm zu werden, tickere ich einfach mal mein letztes Seminar. Live aus Dieburg.

Kurs: Sportjournalismus
Studiengang: Online-Journalismus
Hochschule Darmstadt
Dozent: Tom Klein
Teilnehmer: Elf Siebtsemester

Beginn: 9:30
Beginn mit dem Thema Tickern:11:35

Samstag, 27. Januar 2007

Semesterleben vorbei

Morgen ist der letzte Tag, an dem ich mit meinen Kommilitonen in einem Kurs sitzen werde. Ein paar Veranstaltungen zum Diplom wird es noch geben, aber keine klassische Uni mehr. Es ist irritierend. Ich kann es gar nicht realisieren. Nagut, vielleicht besuche ich im nächsten Semester, während ich mein Diplom schreibe, noch einen Kurs zum Spaß, aber "mein Semester" ist das dann nicht mehr. Das ist passé. Einfach so vorbei. Einfach so.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Die Kunst des Nichtschreibens

Ich stiere am Bildschirm vorbei. Der Cursor in dem Textverarbeitungsprogramm blinkt hilfesuchend. Er kommt nicht vor und nicht zurück. Im meinem Kopf zerbreche ich reihenweise Bleistifte. Verdammter Text, verdammter Einstieg, wieso fällt mir nichts ein. Genervt lasse ich meine Hand immer wieder auf die Tastatur fallen: "ooohoohououou".

Sonntag, 26. November 2006

Hörspiel selbst gemacht

Vergangenen Freitag waren wir von der Uni aus beim Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Genauer: bei SWR2.de. Für die produzieren wir dieses Semester ein Dossier über Hörbucher.
Nach der Themenbesprechung bekamen wir eine Radio-Studioführung der besonderen Art: Wir durften mit professionellen Mitteln ein Mini-Hörspiel fabrizieren. Hört's euch an. Alle Geräusche haben wir selbst hergestellt. Ich war übrigens der Mann, der "vorsichtig" das Rollo neben der Tür geöffnet hat.

lautsprecher "Der Name tut nichts zur Sache" (m4a, 1,87 MB, 1:59 min)



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