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Poetisches

Montag, 14. Januar 2008

Docht der Nacht

Äonen alte Uhren sitzen auf meiner Brust
Stille seit 10.000 Tagen
Wohin? Wohin?
Es erzittert meine Blindheit
Und fast erloschen ist der Docht der Nacht.

Wahn

Gebärend noch nach Träumen grabend
Taumelnd sich den Bauch zerreißen
Trauer wilder Wahn
Mit Feuerschreien Schlingen schlagend
Dorthin, wo Dämonen kauern
Es stöhnen schwer die toten Mauern.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Nacht

Wenn die Nacht erst trunken schwärt
Und keinem Dürstenden mehr ihre Lust verwehrt,
Lass mich ein zu Dir und uns einander reichen
All die Speisen blutrot zart und lieblich weichen,
Auf dass Dein Leib und meiner
Einem einz'gen Körper gleichen.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Bruder Bettler

Wie schwer zu fassen, dass für jeden diese Welt ein Ende hat,
Dass alles, was wir kennen, fühlen und voll Wehmut denken,
ja unsere ganze Welt erlischt, erstarrt, verstummt
und diese ohne Gnade nimmt, was sie beschloss
uns einst zu schenken.

Bist Du gewahr, mein Freund, Dir über diese Konsequenz,
dass jede Stunde, wo Du Sorgen hoch zum Throne hebst
und Narrentum zur Pflicht ernennst,
der Sand verrinnt, der gülden reich voll Leben glänzt?

Wie abseits allen Denkens dieser Tod doch fristet -
ein ferner Schleier, unbeachtet, den ein jeder Mensch kaum kennt
und ignoriert gleich einem Bettler,
den niemand einen Freund recht nennt.

Montag, 17. September 2007

Der Rappen der Angst

Fern war die Schlacht
In der Schwärze der Wüste.
So riss aus der Brust ich
Die Waffe des Toren
Und gab dem Rappen
Der Angst die Sporen.

Donnerstag, 13. September 2007

Stiller Klang

Wo ist der Mensch,
Der mir meine Stille stimmt?
Wo der Mensch,
Der mir den Klang der Leere nimmt?
Welch Mensch kann mir ein Echo geben
Auf meinen Seelenton im Leben?

Donnerstag, 2. August 2007

...

Vom Blut Deiner Lippen
Im Zwielicht gestillt
Dein Kuss war mein Leben
Die Lippen mein Kelch

Freitag, 27. Juli 2007

Zehn Kugeln, Darling, zehn!

Ich sah Dich und mich trafen zehn.
Dein Blick und dann die Kugeln zehn.
Zehn Kugeln, Darling, zehn!

Wir legten an, es gab kein flehn.
Zehn Kugeln, doch wir blieben stehn.
Auch ich, ich gab Dir zehn!

Du sagtest, lass uns nochmal sehn.
Und wieder wird dann niemand flehn.
Keine Gnade und kein flehn!


Man stelle sich zu den Zeilen den Sound von Nancy Sinatras "Bang Bang (My Baby shot me down)" vor.







Dienstag, 24. Juli 2007

Straße des Lebens I

Nicht tausend Schritte sind es
- es ist einer.
Nicht zehn Jahre sind es
- nur ein Tag.
Die verstrichen auf der Straße
Die einst endlos vor mir lag.

Sonntag, 24. Juni 2007

Spieluhr

Steine stürzen
Mauern brechen
Roter Grund
Wo ich einst stand
Eine Spieluhr
Alt und leiernd
Liegt zerfressen
Tief im Sand


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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