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Nachtgedanken

Donnerstag, 3. April 2008

Dein Schoß - eine Fantasie

Jetzt ein Kissen! Ich würde mich auf den nackten Boden legen, nur ein Kissen, ohne das geht es wirklich nicht. Doch es ist nicht wirklich die Müdigkeit, die mich umtreibt - auch, wenn ich nur zwei Stunden geschlafen habe, nein, es ist subtiler.

Ich sehe dich hier neben mir und ich frage mich, wie es wäre, wenn ich meinen Kopf in deinen nackten Schoß legen könnte. Einfach nur hinein, an deine warme Haut, deine Scham im milchigen Morgenlicht. Wir liegen auf einem weißen Bett in einem weißen Raum, ich liege, du sitzt, ein Tuch bedeckt mich wie einen Jünger Gottes. Deine Hand an meinem Kopf, und einen Kuss für die Geborgenheit, die du mir schenkst.

Montag, 17. März 2008

Rhytmusstörung

Wäre gerade fast zum Bus gelaufen. Klamotten hatte ich schon an. Hab nur auf den großen Zeiger geschaut und mich geärgert, dass die Wecker versagt haben. Die Digitalanzeige meines Handys hat mich dann gerade noch gerettet. Vier Stunden Schonfrist.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Im Strom der Zeiten

Ich merke gerade, wie alles Alte wegbricht, fortgerissen wird vom Strom der Zeit. Bald ist der Wandel vollständig und doch wird er das nie sein, denn der Wandel währt ewig.

Ich schaue durch alte Bilder, höre Dylans The Times They Are A-Changin und könnte fast heulen. So viel alte Zeiten, so viel vorbei. Und doch war das Gras noch nie grüner.







Mittwoch, 16. Januar 2008

Zwischenton eines Lebensabschnittes

Kam ich also mit dem Auto gemütlich vom Klavierunterricht aus Wiesbaden und dachte mir: Super, kehrst du doch mit der Pulle Rotwein, die du eben im Weinladen gekauft hast, noch bei nem Kumpel ein. Erst da bemerkte ich aber, dass ich keinen Freund mehr in Darmstadt habe. Alle wenigen fort.

Montag, 31. Dezember 2007

Die Belanglosigkeit von Silvester

3,2,1 ... vorbei! Merkwürdig, dass die Menschen an Silvester einen Exitus feiern. Oder feiern sie das neue Jahr? Aber warum feiert man etwas, von dem man nicht weiß, was es einem bringen wird? Vielleicht kommen ja 2008 Arbeitslosigkeit und Beulenpest. Wer weiß.

Silvester ist ein erzwungenes Fest ohne persönlichen Anlass. Dementsprechend sehen auch die Feiern aus. Ich überlege ernsthaft meinen Freunden abzusagen und einfach mal an Silvester zu Hause zu bleiben. Schön wäre vielleicht ein mitternächtlicher Spaziergang in der Feldmark. Alleine und im Dunkeln. Aber Ruhe werde ich dann wohl nicht finden.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Möglichkeiten

Was ist Heimat? Der Ort, an dem wir Wundervolles erlebt haben oder der Ort, an dem wir viele Menschen kennen, die uns etwas bedeuten?

Die wichtigste Frage ist aber: Wie oft oder bis zu welchem Alter können wir uns eine neue, eine weitere Heimat aufbauen?

Wir träumen viel in unseren Fantasien, wenn wir Zeit und Muse haben. Aber wie sieht es aus, wenn es konkret wird? Umso jünger man ist, umso leichter und eindeutiger sind die Entscheidungen. Man geht in die oder die Stadt zum Studieren, man macht in diesem oder jenem Land ein Auslandssemester, man geht in diese oder jene Stadt zum Arbeiten. Doch der Reiz liegt oft auf alternativen Pfaden. Vor allem, wenn man älter wird und die Zwänge mächtiger. Und schnell verliert man im Räderwerk des üblichen Lebens die Perspektive für die wahren Möglichkeiten.

Doch letztlich ist es immer nur eine Frage der inneren Stimme, den Mut, sich etwas vorstellen zu können und dem Mut, es zu wagen.

Donnerstag, 1. November 2007

5 Jahre

Angeregt durch eine Folge der US-Serie Heroes wurde mal wieder bewusst, wie schnell die Zeit im Alltag voran schreitet, doch wie sehr wir uns trotzdem verändern. In diesem Fall innerhalb von fünf Jahren.

Wisst ihr noch was ihr Ende 2002 gemacht habt? Das ist jetzt fünf Jahre her. Ich stand damals kurz vor meiner Schwarzgurtprüfung im Taekwondo. Vielleicht hatte ich sie auch schon absolviert. Ich weiß es nicht mehr genau. Obendrein hatten meine damalige Freundin und ich uns in dieser Zeit getrennt. Mein Zivildienst lag auch erst ein halbes Jahr zurück. Ich wohnte noch bei meinen Eltern, fuhr Motorrad und hatte ein leichtes Leben. Im kommenden Februar sollte ich mein erstes Praktikum in einer Zeitungsredaktion machen und mir meine ersten journalistische Sporen verdienen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, dass ich knapp ein Jahr später Online-Journalismus in Darmstadt studieren würde.

22 war ich damals. Wenn wieder fünf Jahre verstrichen sein werden, werde ich 32 sein. 2012. Was werden wir bis dahin alles erlebt haben?

Dienstag, 9. Oktober 2007

The girl who was a boy

Ist man zu sehr im Internet verstrickt, wenn man im Chat einen englischen Studenten für eine bayerische Schülerin hält? Erschreckend wie reibungslos solche Gespräche trotzdem laufen. Bloody hell!

Sonntag, 30. September 2007

No Joke(r)

Es heißt, die Hoffung stürbe zuletzt, aber ich glaube, sie stirbt nie. Sie stirbt solange nicht, wie man bereit ist das Spiel mitzumachen - auch wenn man immer die schlechtesten Karten zieht.

...

Wie so oft nach einer beschissenen Nacht möchte ich die ganze Menschheit erbärmlich finden (was sie auch in großen Teilen ist, zumindest die ganzen gottlosen Kreaturen, mit denen ich mich an Abenden wie diesem abgeben muss), schaffe es aber nicht.

Wieso ist der Mensch dazu verdammt, ständig die gleiche Scheiße wiederholen zu müssen. Ständig der gleiche beschissene Geschmack, die gleiche beschissene Musik, die selben charakterlosen Gestalten um einen herum. Es ist alles so mies, so blutleer, seelenlos und verachtenswert. Wieso erschafft sich der Mensch beständig niveaulosen Mist? Ist das das große gepriesene Leben? Ist das das Leben, auf das wir uns stürzen sollen? Dass andere mit Blut bezahlen und mit Kriegen verteidigen? Nein! Nichts davon ist erhaltenswert.

Und doch, doch gibt es Augenblicke, in denen alles anders - besser - zu sein scheint. Aber wo sind die anderen Menschen an Abenden wie heute?


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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