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Gesellschaftskritik

Mittwoch, 19. März 2008

Das eigentliche Schicksal im System

Nicht mehr wirklich Zeit für Sport, nicht mehr wirklich Zeit für Musik. Und wenn man die Zeit hat, haben hat die Sportanlagen geschlossen oder die Nachbarn möchten schlafen. Nur zwei Punkte, die zeigen, wie das System die Menschen, dumm, dick und träge macht. Aber an Herzinfarkt oder Hirnbluten zu verrecken: Das ist gesellschaftlich anerkannt.

Montag, 25. Februar 2008

Was die Rolle verlangt

Es ist schon eine besondere Ironie, dass Emile Hirsch, der den Asketen der Wildnis und Verachter von Kommerz und platten Lebensentwürfen, Christopher McCandless, in dem Film "Into the Wild" gespielt hat, nun seine Karriere mit diesem bunten Kaugummie-Streifen "Speed Racer" fortsetzt. In gewisser Weise pervertiert Hirsch damit die Botschaft von Sean Penns gesellschaftkritischem Werk. Es ist eben alles nur Business.

Sonntag, 17. Februar 2008

Alte Daddys und ein Haufen Blech

Vor meinem Balkon steht ein halbes Dutzend älterer Herren samt Anhängsel und bestaunen einen großen Haufen Blech. Alle zwei Minuten schmeißen sie den Blechhaufen an und jubeln den knatterigen Motor hoch. Klingt wie ein Golf 1 mit kaputtem Auspuff. Vermutlich ist der Wagen auch nicht viel neuer - aber ich glaube, es steht der Name irgend eines italienischen Sportautobauers auf der Karosse. Nichts gegen schöne Autos, aber zum wahren Genuss eines edlen Fahrzeugs gehört Understatement. Prolliges Sprüche reißen samt Kneipenlachen passen nur zu adoleszenten Jung-Erwachsenen, und selbst in diesem Alter ist es für die Restwürde mancher Fahrzeuge eine Schande, wenn man sich allzu unkultiviert gibt.

Donnerstag, 27. September 2007

Your days of plenty

Freitag, 1. Juni 2007

Beschnittene Pressfreiheit

Jetzt verweigert das Bundesamt für Verfassungsschutz schon Journalisten die Akkreditierung zum G8-Gipfel. So auch vorübergehend bei einem taz-Redakteur (siehe SpOn). Geht's eigentlich noch?

Samstag, 17. Februar 2007

Der Mensch ist kein Humankapital

Von jeher gab es besondere Bildungseinrichtungen, um Eliten heran zu bilden. Auch heute sind Firmen besonders an hochqualifizierten Kräften interessiert. Die Schulen und Universitäten sind stolz, wenn ihre Absolventen Karriere machen und den Ruf ihrer Ausbildungsanstalten mehren. Doch was ist, wenn die Absolventen zwar die geistige Bildung mögen, aber kein Interesse haben, sich vereinnahmen zu lassen? Was ist, wenn sie kein Humankapital sein wollen? Wenn sie nur Ruhe und Zeit für ihre Gedanken haben möchten?

Verklag mich doch, Bahn AG!

Die Bahn hat mir eine Rechnung geschickt. "Bitte überweisen sie uns 212 Euro! für die neue Bahncard". Na super. Die Bahncard funktioniert ja über ein sich selbst verlängerndes Abo. Wenn die Bahn kundenfreundlich wäre, würde sie einem obendrein anbieten, das Bahncard-Abo zu kündigen. Wenn die Bahn kundenfreundlich wäre, würde sie auch jedem Studenten die studentische Ermäßigung zum halben Preis anbieten und es nicht auf 26 Jahre begrenzen. Leider habe ich meine Bahncard vor einem knapp einem Jahr an meinem 26. Geburtstag gekauft.

Dieses System der Altersbegrenzung ist überhaupt beliebt. Ab 25 muss man sich als Student selber versichern (56 Euro im Monat), mit 30 gibt es nicht einmal mehr diesen ermäßigten Satz. Dann muss man ein paar Hundert Euro zahlen. Kindergeld gibt es auch nur bis Mitte 20.

Die Gesellschaft möchte eben nicht, dass man ab oder über ein gewisses Alter hinaus studiert. Die Gesellschaft möchte generell nicht, dass jemand ausführlich und lange studiert. Er könnte ja zu schlau werden und die Gesellschaft kritisieren, anstatt ein kleines dummes, schweigendes Rädchen im Getriebe des Systems zu werden.

Aber wir waren bei der Bahncard. Keine Ahnung, wie ich das bezahlen soll. Keine Ahnung, ob ich überhaupt eine Bahncard zu dem Preis haben möchte. Im nächsten halben Jahr werde ich das Geld sicher nicht aufbringen können. Ich werde aber vielleicht meinen Dispo das ein oder andere Mal um diesen Betrag überziehen müssen. Wie schändlich von mir, als Student nicht genug Geld zu verdienen. Tja, dann muss mich wohl die Bahn verklagen. Gut, dass mich juristische Schritte gegen mich nicht sonderlich interessieren. Vielleicht sollte ich noch Jura studieren. Dann werde ich Anwalt und verklage jeden, der mich nervt.

Nachtrag vom 20.02.: Habe beim Bahn-Service angerufen. Sie haben ohne Aufsehen meine Kündigung - die ja eigenlich früher hätte erfolgen müssen - akzeptiert. Das sei ihnen angerechnet. Eigentlich brauche ich zwar die Bahncard, aber 212 Euro kann ich unmöglich die nächsten Wochen auftreiben. Den halben Studentenpreis hätte ich vielleicht noch irgendwie zahlen können. Es ist wirklich nicht schön von der Bahn, die Studententarife bis 26 zu begrenzen.

Freitag, 16. Februar 2007

Miss T-Oitschland

Gratulation! Zur neuen Miss Deutschland ist Miss T-Online gewählt worden. Bekommt T-Online jetzt auch ein eigenes Bundesland? Anderseits, warum so bescheiden? Warum nicht gleich die Namensrechte an Deutschland erwerben? Der Staat ist schließlich immer knapp bei Kasse. Und die Fußball-Bundesliga wird ab August diesen Jahres auch von T-Com umbenannt - wahrscheinlich in T-Com-Bundesliga. Welcome in T-Oitschland.

Nachtrag: Ich verstehe überhaupt nicht, wie eine Firma eine Kandidatin stellen kann, wo sonst nur die Gewinnerinnen der Bundesländer dabei sein können. Geld wahrscheinlich. Kleine miese, käufliche Dreckswelt.

Richtigstellung vom 16.02.: Die Telekom wird nicht die Namensrechte an der Fußball-Bundesliga erwerben. Sie hatte nur eine Option auf die Namensrechte. Laut der Financial Times Deutschland war diese Option aber "am Donnerstag (15.02.07) ausgelaufen". Danke an Tobi für den Hinweis.

Ursprünglich veröffentlicht am 13.02.07

Montag, 12. Februar 2007

Das Volk versklavt sich selbst

Im ZDF lief eben ein Spielfilm im Stile des Realitätsfernsehens. Der Hauptcharakter im Film wusste also nicht, dass er Teil einer Inszenierung war. Man kennt das aus der Truman Show mit Jim Carrey. Doch diesem Film (Tödlicher Umweg) fehlte die komische Unternote, wie sie in der US-Produktion zu finden war. Der ZDF-Film war dramatisch. Die Figur des jungen Mannes drohte wahnsinnig zu werden und alles war nur eine Inszenierung, alles war nur für einen großen Film.

Dieser Spielfilm thematisiert aber auch die überwachte Gesellschaft und zeigt, dass am Ende nur die Show und das Geld etwas bedeuten. Spannende Sache mag man sagen. Und ja, das war sie. Doch für mich was das keine Fiktion. Noch gibt es so etwas nicht, das stimmt. Doch es gibt Big Brother, es gibt kontinuierlich mehr Kameras, die die Öffentlichkeit überwachen - pardon, sie schützen natürlich die Bürger vor Übeltätern und Terroristen - und immer mehr Daten lassen sich im Netz abgleichen. Dieser Film zeigte Fiktion. Aber die Frage ist, wie lange so etwas noch Fiktion bleibt. Ich behaupte: Schon jetzt gibt viele Menschen, die sich an so einer Sache beteiligen würden.

Freitag, 9. Februar 2007

Alles perfekt geformt

Beobachtungen des heutigen Tages

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Bei Second Life kann man schnell und viel Sex haben. Um das zu erreichen, kann man sich einfach das passende Aussehen gestalten. Und wenn das online so einfach ist, warum sollte man dan im echten Leben darauf verzichten? Wir sind schon eine tolle Gesellschaft.


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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