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Die Qual hinter dem Werk

Alle Leser bewunders die Texte guter Schriftsteller und Journalisten. Was sie aber in der Regel nicht sehen, ist die Qual, die hinter der Arbeit steht. Und müssten die dem Schreiprozess beiwohnen, würden sie sicher auf so manches Werk verzichten.
wvs - 2011-01-11 17:06

Mir kommen die Tränen ....

Wenn das so ein schlimmes Los ist:
Warum nehmen es die Schriftsteller und Journalisten dann auf sich?

Hierzulande ist doch niemand gezwungen sich selbst zu versklaven, ins Unglück zu stürzen oder krank zu machen .
7an - 2011-01-12 12:52

Lieber wvs,

Da haben Sie ganz Recht. Ich stehe ganz hinter Ihrer Meinung. Als ich den Eintrag damals schrieb, hatte ich das Problem, schreiben zu wollen, aber nicht zu können, genauer: nicht zu Hause schreiben zu können. Eine psychische Blockade, die nur durch extremen Druck (Deadlines), aber auch dann nur unter Qual überwunden werden konnte. Woher das kommt, kann ich nicht wirklich sagen, aber es war sehr lästig.

Seit einem Jahr weiß ich, dass das Schreiben (und auch jede Vorarbeit) beschwingt und leicht ist, wenn ich nicht zu Hause schreibe, sondern zum Beispiel auf dem Arbeitsplatz oder in einer Bibliothek. Ich behaupte, wenn Angehörige der schreibenden Zunft über Schreibprobleme klagen, hängt das oft mit diesem Problem zusammen.
wvs - 2011-01-12 13:16

Während der Zeit als ich selbstständig war hatte ich ein ähnliches Problem:
Auf der einen Seite die Notwendigkeiten des Geschäfts, andererseits die allzeitige "Verfügbarkeit" weil im Hause anwesend - was zu Anforderungen im organisatorischen Bereich des Haushaltes führte ....

Das zusammen führte zu einem Gefühl der Überforderung und wurde mit Verweigerung in beiden Feldern beantwortet, eine klassische "Übersprunghandlung" - keine gute Situation.

Die Lösung war einfach:
Feste Zeiten im Büro, zu denen ich nicht für andere Aufgaben eingespannt werden durfte. Die räumliche Trennung - eine Einzimmer-Einliegerwohnung diente als Büro - war da eine große Hilfe. Wahrscheinlich hätte es anders nicht geklappt.

(Wobei natürlich die erwähnten Alternativen "Arbeitsplatz" und "Bibliothek" - vielleicht noch ergänzt durch "Kaffeehaus" o.ä. - durchaus ebenbürtig sein dürften.)
7an - 2011-01-12 13:33

Genau. Leider habe ich bisher nur die Bibliothek und dort kann man nicht telefonieren. Aber in Bälde soll ein Büro folgen.

Die Übersprunghandlung ist ein interessanter Ansatz. Ich denke, es hat auch mit dem unterbewussten Schutz des Heimischen zu tun. Im Sinne dass das Heim für Entspannung, Erholung und damit Schutz vor Arbeit steht. Aber letztlich ist alles Küchenpsychologie.
wvs - 2011-01-12 13:37

*küchenpsychologie* ;c)

Es gab eine Zeit, da wurden solche Probleme dadurch relativiert, daß man von einem "multifaktoriellen Geschehen" sprach .... klingt auch ganz überzeugend.
7an - 2011-01-12 13:40

Mit "multifaktorielles Geschehen" assoziiere ich die Wahl, welchen Scotch ich als Aperitif nehmen soll.

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