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Reiseschriftsteller

Mit knapp zwei Stunden Verspätung ging es bei schönstem Frühlingswetter vom Flughafen Paderborn/Lippstadt los. Nach einem kurzen aber schönen Flug empfing mich “die Insel” mit geschlossener Wolkendecke, aber immerhin war es trocken.

Mit Quatar Airways ging unsere Reise mit einen Stop von 4 Stunden in Doha nach Kuala Lumpur (KL). Der Service an Bord war gut aber Doha Airport bietet nicht viel. In KL angekommen ging es mit dem Taxi zu unserer Unterkunft. Zuerst waren wir von den grünen Palmen links und rechts der Autobahn überrascht bis uns der Fahrer erklärte, dass das Oilpalmen seinen aus denen u.a. auch in Europa Biosprit hergestellt werden.

Ein Jahr lang haben wir geplant. Endlich war es soweit. Am 7. Dezember 2007 ging es dann los Richtung San Francisco, weiter mit dem Mietwagen nach Los Angeles. Von dort aus auf die Fiji-Inseln und nach 2 Tagen weiter nach Neusseland. Den Abschluss der Reise machte Hongkong.

Im September 1996 unternehme ich mit meinem Schwiegervater [...] eine Reise nach Lana bei Meran in Südtirol, Italien. Das Piemont-Gebiet, unser eigentliches Ziel, ist uns vom italienischen Tourismusverband für das Frühjahr ans Herz gelegt worden, da die Weinbauern im Herbst mehr Zeit mit der Ernte verbringen.

Eingebettet in schier endlos erscheinenden Regenwald sitzt du auf der Terrasse der Doli Lodge beim Sundowner und überlegst, an welche Stelle in der Liste der landschaftlichen Paradiese du diesen Ort einordnen sollt.

Nach einem langen Flug von Zürich über Atlanta landen wir abends in Cancun. In Atlanta musste ich mal wieder zum Second Screening der netten amerikanischen Einreisebehörde, zum Glück ging alles gut und ich durfte weiter nach Cancún fliegen :o)

Habe gerade die GEO-Reisecommunity entdeckt. Wer sich fragt, warum es Reisejournalisten oder Reiseschriftsteller wirklich braucht, lese sich einfach die Auszüge aus den Berichten von Menschen, die nicht dieser Profession nachgehen, noch zwei oder dreimal durch.
QuiBono - 2008-08-12 19:22

Meine ersten Reisen habe ich auch so beschrieben ...

... und merkte erst viele Jahre später, dass diese Informationen völlig wertlos sind. Auch in späteren Jahren wecken sie keine Erinnerungen an das, was man wirklich erlebt hat. Für Außenstehende ist dieser Duktus kaum erträglich. Dennoch ist es schwer, sich beim Schreiben von diesen vordergründigen Ereignissen zu lösen, denn scheinbar bestimmen sie den Reisealltag.

Oft sagen sie wirklich etwas über das Land aus, dann sind sie unverzichtbar. Mancher erinnert sich vielleicht, wie Goethe in einem Gasthof in Torbole der gesamte Innenhof als Toilette angeboten wurde (Zitat: "Als ich den Hausknecht nach einer gewissen Gelegenheit fragte, deutete er in den Hof hinunter. »Qui abasso può servirsi!« Ich fragte: »Dove?« - »Da per tutto, dove vuol!« antwortete er freundlich.") Sowas macht natürlich Freude.

Nun sage aber bitte niemand, ich wollte die "Italienische Reise" mit den Berichten der Geo-Reisecommunity vergleichen.
7an - 2008-08-12 20:29

also die zitierten sätze kann man alle streichen. andere vordergründige erlebnisse muss man nicht weglassen, kann sie aber besser in ein, zwei essenzvollen sätzen zusammenfassen. zum beispiel: seit ich zwölf stunden im staub von berhampur saß, süßen tee trank und auf den zug wartete, von dem es ständig hieß, er würde gleich kommen, wusste ich dass sich ein inder niemals über die deutsche bahn aufregen würde.

es geht immer um die essenz und um das unerwartete. alles andere ist langweilig.
QuiBono - 2008-08-13 10:27

Dann könnte man den größten Teil der klassischen Reiseliteratur ...

... getrost als langweilig bezeichnen. Wenn Du ehrlich bist: Auch Deine Bemerkung über den Staub und die langen Wartezeiten auf indischen Bahnhöfen enthält nichts Unerwartetes. Das gilt auch für den Vergleich von südländischer Gelassenheit und deutscher Aufgeregtheit, den man schon seit den 50er Jahren von jedem Italienreisenden zu hören bekommt.

Mich als Leser würde interessieren, was der Wartende beobachtet und was in ihm vorgeht, denn ich meine, Erlebnisse finden im Kopf statt. Etwa: "Während ich auf dem Bahnhofsvorplatz von Berhampur zwölf Stunden auf den Zug wartete, hatte ich endlich Zeit, meine Gedanken zu ordnen. In den Geruch der Staubwolken mischte sich plötzlich die Erinnerung an ... " Ja, woran? Um das zu wissen, muss man tatsächlich in Berhampur gewesen sein.
7an - 2008-08-13 11:12

ich denke auch, dass die gedanken wichtig sind. vielleicht sogar wichtiger als das geschehen selbst. das sind zwei spielarten. innenleben vs. äußerem geschehen.

du hast recht: unerwartetes bietet mein beispiel wirklich nicht. dann muss ich cordt schnibben vom spiegel zitieren, der in einem beitrag des journalisten-buches "die reportage" schrieb, den leser interessiere beispielsweise nicht, dass die viatnamesen durch enge tunnel gekrochen sind, sondern, dass sie das rasierwasser der GIs benutzt haben, um deren hunde zu täuschen.

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