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Weimar - ein Horror in Pastell

Bin seit gestern auf meinem zweiwöchigen Deutschland-Trip und soeben in der WG von Rob (links auf dem Bild) erwacht - meinem Couchsurf-Gastgeber.

Weimar hat mich zuerst einmal irritiert. Die ganze verdammte Stadt ist pastellfarben. Kein Haus, das nicht farbig ist. Dazu viel Kopfsteinpflaster, altehrwürdige große Bauten, viel Raum, viel Himmel. Aber es ist alles einen Tick zu niedlich, einen Tick zu aufgeräumt, einen Tick zu ruhig - und vor allem zu bunt.

Weimar ist die erste Stadt, in der ich mich nach Berlin gesehnt habe, und das "böse und barbarische" Berlin ist angeblich der "einzige Ort in Deutschland, wo man sich manchmal nach Sibirien sehnt". Wäre ich gemein und würde ich übertreiben, würde ich sagen, ich verstehe sogar, warum die Jugend in solchen restaurierten ostdeutschen Städten radikaler als anderswo ist: Man muss einfach ein Gegengewicht zu dieser cremefarbenen Bürgerlichkeit bilden. Nun gut, bisher habe ich nur ein paar Alternative gesehen.

Werde mir nachher die Anna-Amalia-Bibliothek und das Goethe- sowie das Schiller-Haus ansehen. Ich glaube, es gibt in dieser Stadt, keinen Stein, über den man nicht ein Geschichtsbuch schreiben könnte.

Nachtrag: Nein, in Weimar kann es aushalten. Dorfidylle. So lieblich wie in einem Sommerfilm. Und dann dieser Park. Ein süßes Labyrinth ewigen Grüns. Man möchte dort verloren gehen. Eine Stadt, die man in 15 Minuten durchschreiten kann. Karamelleis mit Sahne und Thüringer Rostbratwurst. Jeden Tag neue Schulklassen in dem viereinhalb-Straßen-Zentrum. Diese Stadt ist surreal wie ein Film in Technicolor.

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