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So leben die Zeugen Jehovas

Elias Mayreder erinnert sich genau an jenen Tag, als er endlich bei einem Psychologen anrief. Man wollte ihm einen Termin in drei Wochen geben. »Geht das nicht früher?«, rief Mayreder verzweifelt in den Hörer. »Ich steh gerade auf dem Balkon und überlege, ob ich springe!«

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ratatosk - 2008-03-30 14:19

sehr interessanter (und langer artikel)
ich finde es immer sehr schwer zu entscheiden, wie es denn wirklich in solchen organisationen abläuft. geklingelt haben sie wohl bei jedem von uns (am besten zusammen mit den mormonen -.-).
die behauptung, dass diejenigen, die am lautesten den glauben proklamieren, oft diejenigen mit den meisten zweifeln sind (oder hier mit den bausparkverträgen). die geschichte von dem pärchen, das sich selbst angezeigt hat fand ich schockierend. besonders was bei dem Verhör des Mädchens noch herauskam. Wie müssen sie sie unter druck gesetzt haben, dass sie sowas intimes preisgegeben hat...
7an - 2008-03-30 15:24

ich fühle mich hilfslos, wenn ich so etwas lese. ich möchte etwas tun. etwas gegen das unrecht tun. aber man kann nichts tun. bestenfalls ein wenig in besonderen momenten - einem freund beistehen, der bei den zeugen ist und zweifel in sich trägt zum beispiel. ich habe einen freund, der bei den zeugen war. ich habe ihn allerdings erst später kennengelernt. er sagte einmal, die gemeinschaft zu verlassen kostete beinahe soviel überwindung wie es bedarf, um sich einen arm abzuschneiden.

aber wie ist es, wenn man dort hineingeboren wird, wenn man all dem hilflos ausgesetzt ist? wie ist es, wenn die eigenen eltern, die geschwister, die verwandten und die freunde alle in dieser gemeinschaft sind? wie ist es, wenn man sein ganzes leben abschneiden muss?

wenn man glück hat, haben sie die eltern ebenfalls von den zeugen distanziert, wenn man glück hat, ist man nicht allein. wenn man pech hat, verliert man alles was man hat.

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