header_wein

Sonntag, 11. Mai 2008

Goethes Garten

Da sitze ich in Goethes Garten und überall diese Schmetterlinge. Sie waren schon im Haus. Nichtsahnend und sorglos schreite ich durch die privaten Gemächer des toten Dichterfürsten und atme die Luft vergangener Tage, da wirbelt eine Armada kleiner Falter durch die Flure. Eine italienische Mädchenklasse. Nein eine tschechische. Rote Falter, schwarze Falter, sie flattern vor mir und hinter mir und überhaupt überall. Sie streifen fast meine Arme, fast meinen Hals, fast meinen Mund. Es riecht nicht mehr nach Staub, es riecht nach milchiger Haut und karmesinrotem Haar. Das Sonnenlicht bricht durch die Büsche, schmale Hüften wippen von links nach rechts - ich bin nur noch ein leidendes Bündel, viel zu weit weg von den Frühlingsgeschöpfen. Doch man kommt nicht hinein. Sie fliegen so eng beisammen. Ich zerfließe auf meiner weißen Gartenbank und dann ist der Spuck endlich vorbei. Warum, alter Mann, lässt du mich in deinem Garten leiden?


Suche

 


Empfohlene Artikel

Geschossen

www.flickr.com

7ans Radio

Geschätzt


Artikel & mehr
Buchmesse
Das Schreiben
Diplomtagebuch
Fundsachen
Gedanken
Gedicht-Vertonungen
Gesellschaftskritik
Irgendwie poetisch
Journalismus
Journalismus-Studium
Literaturkritik
Medienkritik
Meinung
Nachtgedanken
Panorama
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren