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Freitag, 23. November 2007

Über das Phänomen "Dichterschlacht"

In Darmstadt findet heute mal wieder eine "Literatenschlacht" statt. Manchmal heißt so etwas auch "Dichterschlacht". An sich sicherlich eine lustige Sache, aber ich glaube nicht, dass so etwas wirklich etwas mit Poesie zu tun hat.

Natürlich mag es da tolle Leute mit guten Texten und kurzweiligen Performances geben, aber das Prinzip des Wettbewerbs, des Buhlens um die Stimmen der Zuschauer, kurz all dieser Ausverkauf steht für mich im exakten Gegensatz dazu, wie man Poesie behandeln sollte - nämlich mit Behutsamkeit.

Wenn man sich einmal die Originalaufnahmen von Dichtern anhört, die ihre eigenen Gedichte eingelesen haben, so stellt man oft fest, dass diese Literaten alles andere als Rezitatoren sind und wahrscheinlich bei so einem Bühnenschabernack grandios untergehen würden. Warum sollten sie auch dort bestehen wollen? Das eine hat mich dem anderen nichts zu tun. Dichter schreiben Gedichte! Sie sind keine Bühnenclowns. Aber genau um so eine comedyeske Heiterkeit geht es aber bei "Dichterschlachten".

Es mag dort wirklich talentierte Entertainer geben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass aus diesem Kreis ein wirklich guter oder gar bedeutender Poet hervorgehen wird.


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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