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Samstag, 27. Oktober 2007

Rechte-Raub bei Amazon

Kunden-Rezensions-Plattformen allen voran Amazon sind toll. Der User selber wird involviert, kann seine Meinung sagen. Ein Ding der Unmöglichkeit ist jedoch, dass man jegliche, richtig: jegliche! Rechte an seinem Text abtritt - auf Lebenszeit und darüber hinaus. Amazon und andere Seiten wie f-shop.de können mit dem Text machen was sie wollen und sind verpflichten sich nicht einmal, den Namen des Autors zu nennen, sondern "bemühen" sich darum nur. Es ist ein unmögliches Verhalten.

Jetzt habe ich aus Spaß an der Freude eine Rezension über einen Shadowrun-Roman geschrieben und wollte diese in die entsprechenden Portale stellen, doch zum einen habe ich keine Lust, nur einer Site meinen Text anzubieten und zum anderen bin ich nicht bereit, meine Rechte abzutreten. Ich habe meine Kritik zwar auch dem Phantastik-Magazin X-Zine angeboten, doch ärgert es mich, dass ich jetzt quasi für Amazon wie für Fantasy Productions neue Texte schreiben muss, wenn ich auch dort meine differenzierte Meinung veröffentlicht sehen will.

Über die Ausbildung von Journalisten

Die traditionelle, aber überholte, Meinung zur Ausbildung von Journalisten ist, dass sich diese Kompetenz in einem thematischen Fachgebiet aneignen müssten, um sich als Experte in einem Ressort etablieren zu können. Das Journalistische an sich könne nebenbei erlernt werden, was nicht vollends falsch, aber auch alles andere als richtig ist. Zum Journalismus gehört schließlich mehr als die Fähigkeit sich kompetent ausdrücken zu können. Im Detail: Recherchestrategien, Interviewführung, Umgang mit Informanten, Umgang mit Vertretern der Öffentlichkeitsarbeit, Medienrecht, Medienökonomie, Medientheorie, der Umgang mit allen journalistischen Formen (Video, Fernsehen, Ton, Radio, Internet, Text) in Theorie und Praxis, praktische Projektarbeit, um das Erlernte setzen zu können und einiges mehr.

Nebenbei erlernt mal dieses nicht. Und man kann auch nicht erwarten, all dieses beim journalistischen Berufseinstieg - klassischerweise im Volontariat - zu lernen. Vor allem, weil man dort, ähnlich wie ein Azubi in der Ausbildung, in die täglichen Arbeitsprozesse eingebunden ist und sich die Redaktion vom Volontär einen Mehrwert verspricht. Dieser soll also produzieren und nicht primär lernen.

Im angelsächsischen Raum hat man dieses besser verstanden. Dort ist es üblich Journalismus an einer Universität zu studieren und nicht als Quereinsteiger in den Beruf zu kommen. Man könnte auch sagen die Journalismusausbildung im angelsächschischen Raum ist professionalisierter als in Deutschland.

Trotz allem ist es gut und wichtig, als Journalist in einem Themengebiet Expertise zu erwerben. Ansonsten bleibt man nur ein einfacher Produzent und Gewichter von journalistischen Inhalten. Das Aneignen von thematischer Fachkompetenz ist also der zweite Schritt der journalistischen Ausbildung, der auf dem ersten, dem Erlernen des Handwerks, aufbaut aber nicht zwingend aufbauen muss.


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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