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Montag, 9. Juli 2007

Finis

Nacht. Vorbereitungen für die letzte Prüfung im Studium. Morgen. Ich fühle mich merkwürdig. Ein Hauch von Krankheit. Dazu seit Tagen eine Ahnung von Schmerz im Rücken. Vielleich beim Taekwondo einen Wirbel verrenkt. Gut, dass die Orthopäden mich alle abwimmeln, weil sie Sommerpause haben oder bestenfalls Privatpatienten behandeln. Mir egal. Der Tee zieht im Becher, ich höre Liszt und lerne.

Der Unersättliche

Innenminister Schäuble sagt derzeit Sätze, bei denen man nicht ganz glauben kann, dass er sie wirklich gesagt hat. Man möchte auch eigentlich nicht darüber reden, weil es viel zu absurd ist. Aber was soll man halten von einem Mann, der laut über Tötung von verdächtigen Terroristen sinniert. Mehr als noch vor dem Terror müssen wir in Deutschland vor unserem eigenen Innenminister Angst haben. Dieser Mensch dient nicht dem Staat, er glaubt der Staat und das Gesetz müssten ihm dienen.

Siehe auch den Kommentar von Innenpolitik-Chef der SZ, Heribert Prantl, rechts in der Sidebar bei del.icio.us.

del.icio.us

Wie es mir scheint, werden die von mir empfohlenen neuen Artikel aus der Presse (siehe del.icio.us in Sidebar) nicht automatisch sichtbar. Man muss - zumindest bei Firefox - erst mit F5 das Blog neu laden, wenn ein neuer Artikel empfohlen ist oder man schauen möchte, ob es einen neuen gibt.

Von Meistern und Schülern

Es gibt da das Taekwondo-Training im Darmstädter Hochschulsport. Der Trainer ist sehr nett und die Leute sind super. Eigentlich gehe ich primär wegen der Leute hin. Man glaubt gar nicht, wie entscheidend die Leute sind. Vor allem beim Kampfsport, wo man schnell auf sagen wir mal weniger geistreiche Menschen trifft. Beim Uni-Sport ist das natürlich anders.

Das Problem ist aber ein anderes: Vom Unisport kann man nicht allzu viel erwarten. Es ist eben kein Privat-Dojang eines koranischen Großmeisters, der der Lehre sein Leben verschrieben hat und davon lebt. Im Unisport trainieren alle Gürtelträger gleichzeitig und durcheinander. Vor allem viele Anfänger. Man teilt sich zwar oft in Gruppen ein, aber es machen dann trotzdem alle das Gleiche. Mit der Folge, das alle unter- oder überfordert sind.

Ich bin unterfordert. Eigentlich ständig. Und es ärgert mich. Ich verschwende Zeit und Potenzial. Und obendrein kann ich mich im Unisport nicht auf den nächsten Dan vorbereiten. Ich bin jetzt 27. Wenn ich mich noch körperlich deutlich verbessern will, was schon noch in Teilen zumindest möchte, dann muss das bald geschehen. Mit Anfang 30 könnte ich meinen Zenit schon überschritten haben. Taekwondo ist nämlich eine der körperlich belastendsten Kampfsportarten. Viele schnelle, dynamische Tritte, Sprungtritte sind der Kern des Taekwondo. In Folge sind aber die Muskeln, Bänder, Sehnen, Knie und die Hüfte extrem beansprucht und der Grat zwischen Aufbau und Schädigung des Körpers ist schmal und wird schmäler desto älter man wird.

Leider war ich auch mit keinem klassischen Dojo im Rhein-Main-Gebiet bisher zufrieden. Und außerdem kann ich mir weitere Kosten gerade nicht leisten. Ich weiß, mein Meister war nicht perfekt und hat auch einige Schwächen gehabt. Aber zum einen hat ihn das menschlicher gemacht und zum anderen war und ist er wirklich ein exzellener Lehrer.

... Und obendrein war er immer so herrlich kritisch. Er hat einen ständig verbessert, egal welchen Dan man hatte. Während des Trainings schlich er immer zwischen den Leuten durch, hat sie sich angeguckt und Sachen gesagt wie:

Ohhhhhh, wer dir haben so das gezeigt? Wo du haben so das gelernt? *entsetzter und fassungsloser Gesichtsausdruck auf seinem Gesicht* Das ... das ist ja Schlimmstes! *Kopfschüttel und weitergeh*

Lol. Am Allerbesten hat er sich aber mal nach einer Dan-Prüfung gegeben. Ein Jahr bevor ich meinen Dan gemacht habe. Und zwar soll er sich nach der Prüfung am nächsten Tag beim Training vor die frischgebackenen Schwarzgurtträger hingestellt haben und in etwa Folgendes gesagt haben:

*lächelnder Gesichtsausdruck* Ahhhh, und? Nuuun alle zufrieden sein? Jaaa *freude*.
... (kurzes Schweigen während sich alle stolz freuen) ...
ABER ICH NICHT! IHR ÜBERHAUPT ALLERSCHLIMMSTES SEIN! UND TECHNIK AUCH SCHLIMMSTES!


Tja, nun ist alt und milde und humorvoll. In den 70er Jahren hat er den Leuten noch in die Beine getreten, wenn sie eine falsche Stellung hatten. Und den zwei Meter langen Bambusstock, den er heute im Spaß beim Training manchmal mit sich trägt, hat er wohl früher auch mal hier und da "dezent" eingesetzt.

Times they are a-changin









Als kleinen Spaß hat sich jemand aus meinem Semester ausgedacht, dass sich jeder einen Song aussuchen sollte, der ein paar Sekunden angespielt wird, wenn man sein Diplom bei der Feier kommenden Donnerstag überreicht bekommt. Ich habe mich für Bob Dylan mit "The Times they are a-changin" entschieden.


"Wir sind alle von Anfang an verflucht, und auch Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst." - Hemingway an Fitzgerald

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